11. HRFF ZURICH | Vorverkauf ab 5. März
Programmübersicht
26. März 2026
  1. 18:00
    OPENING FILM: Letters From Wolf Street
    Do. 26. März

    Tickets
    Zweites Screening 27.3. 20h20

    OVe 97' | Polen, Deutschland 2025 | Arjun Talwar | Dok

    Eine Strasse in der Warschauer Innenstadt ist das Herzstück dieses humorvollen, persönlichen Porträts Polens. Der Filmemacher ist vor mehr als zehn Jahren immigriert, hat aber immer noch Schwierigkeiten, in diese Welt zu passen. Die Wolf Street, in der er lebt, macht es ihm nicht leicht. Um seine Integration voranzutreiben und in der Hoffnung, so sein Fremdheitsgefühl zu überwinden, beginnt er, Nachbar:innen zu filmen und seine Beziehungen zu ihnen auf die Probe zu stellen. Mit seiner Freundin Mo, auch eine migrantische Filmemacherin, entdeckt Arjun verborgene Geheimnisse der Strasse und ihrer Bewohner:innen. Er begegnet Menschen, die wie er zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen imaginierter und echter Heimat leben. Wie ein unsichtbares Band verbindet die Strasse sie alle und spendet Trost in der Melancholie des Alltags. Entlang dieses kilometerlangen Bandes entsteht ein Bild des modernen Europas, ein Kaleidoskop von Widersprü- chen und Ängsten. Polen, das oft als homogen, abweisend und politisch rechts gesehen wird, wird hier von einem ausländischen Filmemacher der Spiegel vorgehalten. (Berlinale)

    OPENING NIGHT
    Begrüssungsworte von Sascha Bleuler, Direktorin und Katharina Morawek, Präsidentin HRFF Zurich

    TEASER PERFORMANCE – ALLE HÄNDE VOLL
    von Rhea Seleger

    Im Anschluss Gespräch mit dem Filmemacher Arjun Talwar und der Editorin Bigna Tomschin (Engl.), moderiert von Sascha Bleuler

  2. 20:40
    Coexistence, My Ass
    Do. 26. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 29. März, 13:30
    OVe 95' | USA, Frankreich 2025 | Amber Fares | Dok

    Es klingt wie ein schlechter Witz, angesichts der aktuellen Lage in Nahost von einem friedlichen Zusammenleben in Israel/Palästina zu sprechen. In hoffnungsvolleren Zeiten wurde das Dorf «Oase des Friedens» gegründet, wo jüdische und palästinensische Menschen ganz bewusst gleichberechtigt zusammenleben. Hier ist die jüdische Noam Shuster aufgewachsen. Sie spricht Hebräisch und Arabisch und gehört einer vormals hoffnungsvollen Generation an. Als Erwachsene überwiegt jedoch die Desillusionierung. Zuerst noch für die Uno tätig, wechselt Noam zur Satire und inszeniert die One-Woman-Show «Coexistence, My Ass!». Die libanesich-kanadische Regisseurin Amber Fares begleitet die charismatische und auch bei Palästinenser:innen erfolgreiche Noam mehrere Jahre lang. Sie schafft zugleich ein intimes Porträt sowie eine Dokumentation von Israels Rechtsrutsch. Doch nach dem 7. Oktober und Israels Reaktion ist niemandem mehr zum Lachen zumute. Noam schärft nach anfänglicher Krise ihre politische Haltung: Es kann ohne Gleichberechtigung keinen Frieden geben. Und so kann sie sich wieder der Comedy zuwenden. Ein wichtiger Film, der Widersprüchlichkeiten anspricht und sich nicht davor scheut, Wut, Trauer und Humor miteinander zu verknüpfen. (Xenix)

    Präsentiert mit Omanut

27. März 2026
  1. 09:30
    HELDIN - Schulvorstellung
    Fr. 27. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 27. März, 10:00
    2. Mi. 1. Apr., 13:30

    Nur Schulklassen

    D 92' | Schweiz, Deutschland 2025 | Petra Volpe | Spielfilm

    Die Pflegefachfrau Floria arbeitet mit Leidenschaft und Professionalität auf der chirurgischen Abteilung eines Kantonsspitals. Bei ihr sitzt jeder Handgriff, sie hat auch in Stresssituationen ein offenes Ohr für die Patientinnen und Patienten und ist im Notfall sofort zur Stelle – idealerweise. Doch in der harten Realität ihres schwer kalkulierbaren Alltags sieht es oft anders aus. Als sie an diesem Tag ihre Spätschicht antritt, fällt auf der voll belegten, unterbesetzten Station auch noch eine Kollegin aus. Trotz aller Hektik umsorgt Floria eine schwerkranke junge Mutter und einen alten Mann, der verzweifelt auf seine Diagnose wartet, ebenso fürsorglich und routiniert wie einen Privatpatienten mit all seinen Extrawünschen. Doch mit Fortschreiten der Nacht wird ihre Arbeit mehr und mehr zu einem Rennen gegen die Zeit. (Filmcoopi Zürich)

    Anschliessendes Gespräch mit Nadja Habicht, Pflegefraufrau und Schauspielcoach, moderiert vom HRFF Festivalteam

  2. 10:00
    HELDIN - Schulvorstellung
    Fr. 27. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 27. März, 09:30
    2. Mi. 1. Apr., 13:30

    Nur Schulklassen

    D 92' | Schweiz, Deutschland 2025 | Petra Volpe | Spielfilm

    Die Pflegefachfrau Floria arbeitet mit Leidenschaft und Professionalität auf der chirurgischen Abteilung eines Kantonsspitals. Bei ihr sitzt jeder Handgriff, sie hat auch in Stresssituationen ein offenes Ohr für die Patientinnen und Patienten und ist im Notfall sofort zur Stelle – idealerweise. Doch in der harten Realität ihres schwer kalkulierbaren Alltags sieht es oft anders aus. Als sie an diesem Tag ihre Spätschicht antritt, fällt auf der voll belegten, unterbesetzten Station auch noch eine Kollegin aus. Trotz aller Hektik umsorgt Floria eine schwerkranke junge Mutter und einen alten Mann, der verzweifelt auf seine Diagnose wartet, ebenso fürsorglich und routiniert wie einen Privatpatienten mit all seinen Extrawünschen. Doch mit Fortschreiten der Nacht wird ihre Arbeit mehr und mehr zu einem Rennen gegen die Zeit. (Filmcoopi Zürich)

    Anschliessendes Gespräch mit Nadja Habicht, Pflegefraufrau und Schauspielcoach, moderiert vom HRFF Festivalteam

  3. 13:30
    WHERE THE WIND COMES FROM - Schulvorstellung
    Fr. 27. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mi. 1. Apr., 09:30

    Nur Schulklassen

    OVe 99' | Tunesien 2025 | Amel Guellaty | Spielfilm

    Die quirlige Alyssa und der zurückhaltende Mehdi, beide um die zwanzig, sind beste Freunde mit grossen Träumen: Sie will im Ausland durchstarten, er als Zeichner in Tunesien Fuss fassen. Als sie von einem Kunstwettbewerb auf Djerba erfahren, beginnt ein Roadtrip, der ihr Leben verändern könnte. Erfrischend und voller charmanter Details erzählt Amel Guellaty von einer Generation zwischen Aufbruch und Ernüchterung, die sich nach dem Arabischen Frühling neu erfindet.

    Anschliessendes Gespräch mit Hama Slimani, moderiert von Josephine Tedder, HRFF Zurich

  4. 17:30
    CREATIVE REBEL AWARD – I am Truly a Drop of Sun on Earth
    Fr. 27. März
    OVd 61' | Schweiz, Georgien 2017 | Elene Naveriani | Spielfilm

    Preisübergabe und Kontext-Talk (Engl.) im Anschluss Screening I AM TRULY A DROP OF SUN ON EARTH und Q&A

    Schwarz-Weiss gefilmt sieht alles schöner aus, auch die heruntergekommenen Teile von Tiflis oder das Kellergeschoss eines Luxushotels im Zentrum, wo die Sexarbeiterin April wohnt. Der junge Dije hat unglücklicherweise Georgia (USA) mit dem europäischen Georgien verwechselt und ist von Nigeria hier gestrandet. April und Dije bewegen sich am Rande der Gesellschaft. Unauffällig verlieben sie sich. Fühlen sie sich auch wie das Zentrum der Welt, so, wie alle Verliebten das glauben? I am Truly a Drop of Sun on Earth gibt uns keine Sicherheit, dass dieses Glück für alle gilt, dass alles gut ist. Elene Naveriani hat einen kunstvollen, ruhigen Film realisiert, der sich umso stärker in die Erinnerung eingräbt, als er sich nicht als Sozialdrama gibt, sondern eher einem künstlerischen Vorgehen entspricht. Ein Film, mit den Menschen und Elementen gemacht, die vorgefunden wurden, an Orten, an die man normalerweise nicht geht. Die Erzählung ist verdichtet und poetisch. Der Film bleibt immer bedrohlich, aber er ist schön, sehr schön. (Xenix)

    Preisübergabe: CREATIVE REBEL AWARD an Elene Naveriani
    Mit dem «Creative Rebel Award» ehrt das HRFF Zurich erstmals eine Persönlichkeit, deren Werke mitten ins Herz treffen und so zu mehr Empathie und Weitblick einladen. 2026 überreichen wir die Auszeichnung an Elene Naveriani. Aus Georgien stammend und nun in der Schweiz lebend, schafft Naveriani Filme, die leise aber beharrliche Akte des Widerstands sind. Sie erzählen von Menschen, die lieben, begehren und leben wollen in einer Welt, die ihnen dafür wenig Raum lässt. Naverianis Kino macht sichtbar, wie eng persönliche Freiheit, Würde und Menschenrechte miteinander verwoben sind. Das HRFF Zurich zeigt Naverianis Langfilme: I am Truly a Drop of Sun on Earth (2017), Wet Sand (2021) und den Gewinner des Schweizer Filmpreises 2024 Blackbird Blackbird Blackberry (2024).

    Kontext Talk: CREATIVE RESISTANCE IN GEORGIA (Engl.)
    Repression, Gesetzesverschärfungen und Geldmangel prägen den Alltag vieler Kunst- und Kulturschaffender in Georgien. Trotz wachsendem Druck versuchen sie, sich Gehör zu verschaffen. Kontext-Talk zur aktuellen politischen Lage und dem Kulturschaffen in Georgien mit Elene Naveriani.

    Film: I AM TRULY A DROP OF SUN ON EARTH und anschliessendes Q&A (Engl.), moderiert von Marguerite Meyer

  5. 18:10
    A Fox Under A Pink Moon
    Fr. 27. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 28. März, 21:00
    OVe 76' | Iran, Frankreich, Grossbritannien 2025 | Mehrdad Oskouei | Dok

    Die 17-jährige Soraya aus Afghanistan erschafft mit ihrer Kunst wunderschöne, aber düstere Werke. Ihre Malereien und Skulpturen sind Ausdruck einer unglaublichen Leidensgeschichte, zeugen jedoch auch von ihrem Willen, den patriarchalen Fängen ihres gewalttätigen Ehemanns und den widrigen Lebensumständen als Geflüchtete in Teheran zu entkommen. Fest entschlossen, zu ihrer in Österreich lebenden Mutter zu gelangen, nimmt Soraya lebensgefährliche «Games» in Kauf, scheitert jedoch immer wieder bei diesen Fluchtversuchen. Ihre Odyssee dokumentiert sie über fünf Jahre hinweg mit dem Handy: Sie zeigt ihren monotonen Alltag als Hausangestellte, filmt sich beim Kaschieren blauer Flecken, singt und tanzt. Diese von Mehrdad Oskouei aus der Ferne stimmig strukturierten Szenen werden immer wieder von animierten Sequenzen aus Sorayas Kunst unterbrochen, in die sie all ihre Sorgen, Freuden und Ängste legt. Ein treuer Fuchs begleitet sie auf ihrer Reise, ein rosa Mond wacht über ihr – und ein Clown, der nie lacht, eine Figur, mit der sich Soraya identifiziert. A FOX UNDER A PINK MOON ist ein eindringlicher Film über eine junge Frau, die sich selbst in ausweglos scheinenden Situationen durch ihre Kunst Würde und Selbstbestimmung bewahrt. (no)

    Im Anschluss Gespräch mit Siavash Jamali, Co-Autor & Produzent (Engl.), moderiert von Josephine Tedder, HRFF Zurich

    Präsentiert mit créatrices.ch

  6. 20:20
    LETTERS FROM WOLF STREET
    Fr. 27. März

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 97' | Polen, Deutschland 2025 | Arjun Talwar | Dok

    Eine Strasse in der Warschauer Innenstadt ist das Herzstück dieses humorvollen, persönlichen Porträts Polens. Der Filmemacher ist vor mehr als zehn Jahren immigriert, hat aber immer noch Schwierigkeiten, in diese Welt zu passen. Die Wolf Street, in der er lebt, macht es ihm nicht leicht. Um seine Integration voranzutreiben und in der Hoffnung, so sein Fremdheitsgefühl zu überwinden, beginnt er, Nachbar:innen zu filmen und seine Beziehungen zu ihnen auf die Probe zu stellen. Mit seiner Freundin Mo, auch eine migrantische Filmemacherin, entdeckt Arjun verborgene Geheimnisse der Strasse und ihrer Bewohner:innen. Er begegnet Menschen, die wie er zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen imaginierter und echter Heimat leben. Wie ein unsichtbares Band verbindet die Strasse sie alle und spendet Trost in der Melancholie des Alltags. Entlang dieses kilometerlangen Bandes entsteht ein Bild des modernen Europas, ein Kaleidoskop von Widersprüchen und Ängsten. Polen, das oft als homogen, abweisend und politisch rechts gesehen wird, wird hier von einem ausländischen Filmemacher der Spiegel vorgehalten. (Berlinale)

  7. 20:40
    HOLY ELECTRICITY
    Fr. 27. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 29. März, 18:30
    OVe 95' | Georgien, Niederlande 2024 | Tato Kotetishvili | Spielfilm

    Nach dem Tod des Vaters nimmt Bart seinen Cousin Goga unter die Fittiche: Gemeinsam durchstöbern sie Schrottplätze nach Wiederverkaufbarem. Damit soll nicht nur das tägliche Leben bestritten werden, sondern es müssen auch Barts Spielschulden getilgt werden. Mit bunten LEDs upgecycelte Kreuze könnten die Lösung ihres Geldproblems sein. Entlang dieser losen Handlung porträtiert Tato Kotetishvili mit spürbarer Zuneigung Personen an den Rändern der georgischen Hauptstadt. Er arbeitet mit Laiendarsteller:innen und ihren Räumen, mit stilsicherer Bildkomposition und Blick für die Absurditäten des Alltags. (International Film Festival Innsbruck)

    Im Anschluss Gespräch mit dem Filmemacher Tato Kotetishvili (Engl.), moderiert von Sascha Bleuler, HRFF Zurich

28. März 2026
  1. 13:30
    The Sea
    Sa. 28. März

    Tickets
    Zweites Screening: 1.4. 20h40

    OVe 93' | Israel 2025 | Shai Carmeli-Pollak | Spielfilm

    Dieser überwiegend arabischsprachige Spielfilm präsentiert eine trügerisch einfache Prämisse: Ein eigensinniger zwölfjähriger Junge aus einem palästinensischen Dorf im besetzten Westjordanland reist illegal nach Israel ein, um das Meer zu sehen. Der Filmemacher und Aktivist Shai Carmeli Pollak – dessen Bil’in, Habibi bereits 2009 die missliche Lage in einem arabischen Dorf neben der Mauer dokumentierte – nutzt diese Grundlage, um die schmerzhafte Realität der Besatzung sowie die Gleichgültigkeit vieler Bewohner:innen der Tel Aviver «Blase» gegenüber dieser Realität offenzulegen. Der Film, geschaffen von einem israelischen und palästinensischen Team, entwickelt sich zu einer zutiefst humanistischen Erzählung über Grenzen, voneinander abhängigen Wirtschaftssystemen zweier verfeindeter Nachbarn und die Macht der dominanten hebräischen Sprache. «Schau auf den Ozean und Dir wird klar, die Hoffnung ist unendlich» – dieser Kalenderspruch ging mir durch den Kopf beim Schauen dieses beklemmend berührenden Films. Was dem jungen Helden Khaled – meisterhaft verkörpert von Khalif Natour – hilft, die gefährlichsten Hindernisse zu überwinden, ist Hoffnung und die vielleicht naive Entschlossenheit eines Kindes, sich mit dem israelischen Sicherheitsapparat anzulegen. So ist der Film auch Zeugnis des medial weniger beleuchteten Leidens der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland, wo die israelische Besatzung und die Siedlergewalt sich während den letzten zwei Kriegsjahren nochmals verstärkt haben. (sb)

    Präsentiert mit Yesh!

  2. 15:00
    QUIZ IM GLEIS – TRICKY JUSTICE #3
    Sa. 28. März

    Infos
    Eintritt frei

    D 120' | Zürich | Josephine Tedder | Quiz

    In entspannter Pub-Quiz-Atmosphäre beleuchten wir Menschenrechte mal anders – spielerisch, überraschend und mit einem Augenzwinkern. Euch erwarten knifflige Fragen aus Geschichte, Musik und Popkultur, dazu kurioses Zufallswissen und echte Aha-Momente. Mitraten, mitlachen, diskutieren – und am Ende tolle Preise gewinnen. Wir freuen uns auf euch!

    Anmeldung bis Freitag, 27. März 12h an josephine.tedder@humanrightsfilmfestival.ch

  3. 15:30
    Wet Sand
    Sa. 28. März
    OVd 115' | Schweiz, Georgien 2021 | Elene Naveriani | Spielfilm

    «Follow your fucking dreams», steht auf Fleshkas Jacke, als bräuchte sie eine tägliche Erinnerung daran, endlich aus ihrem Leben als Barangestellte im «Wet Sand» auszubrechen. Amnon, der Besitzer dieser Strandbar irgendwo an der georgischen Schwarzmeerküste, scheint sich ebenso wenig ins Dorfleben einzufügen. Die Bewohner*innen treffen sich hier, lästern und führen die ewiggleichen Gespräche, begleitet vom monotonen Geräusch der brechenden Wellen. Als das Gerücht eines Selbstmordes die Runde macht, ist schnell klar, dass es sich um den Aussenseiter Eliko handeln muss – um dessen Beerdigung sich aber niemand kümmern will. Die Gleichgültigkeit seiner Mitmenschen lässt erahnen, dass Eliko sich vom geselligen Leben und von Ritualen fernhielt. Mit dem Auftauchen seiner Enkelin Moe kommen nach und nach die Bigotterie und Intoleranz seiner Mitmenschen und ein Netz von Lügen zum Vorschein. Elikos und Amnons jahrelange, heimliche Liebe hebt das Dorfleben aus den Fugen und entlarvt eine homophobe, repressive Gesellschaft, in der auch Fleshka und Moe keine Perspektive sehen. Eine kraftvolle Hommage an die Liebe – und an alle, die sich gegen Konformismus auflehnen und Wege finden müssen, ihre Träume zu leben. (no)

    Bilder: © Maximage Sister distribution

    Im Anschluss Gespräch mit Elene Naveriani (Engl.), moderiert von Sascha Bleuler, HRFF Zurich

  4. 18:10
    Khartoum
    Sa. 28. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 29. März, 21:00
    OVe 80' | Deutschland, Katar, Sudan, UK, 2025 | Anas Saeed, Rawia Alhag, Brahim Snoopy, Timeea M Ahmed, Phil Cox | Dok

    Im Jahr 2022 begannen vier sudanesische Filmschaffende und ein britischer Regisseur ein Filmprojekt, für das sie fünf Einwohner:innen von Khartum begleiteten, um ihren Alltag und ihre Träume einzufangen: Die Strassenjungen Lokain und Wilson durchforsten eine Müllkippe, um sich schöne T-Shirts kaufen zu können, die Teeverkäuferin und alleinerziehende Mutter Khadmallah will sich selbstständig machen und übt fleissig Mathematik, der Widerstandskämpfer Jawad protestiert gegen die Militärregierung und der Beamte Majdi nimmt mit seinem Sohn an Taubenrennen teil. Als die Dreharbeiten begannen, war im Sudan ein Regime an der Macht, das kurz zuvor die Regierung zu Fall gebracht hatte. Wenig später spaltete sich die Militärregierung auf und zwischen der Armee und den Milizen der Rapid Support Forces begann ein Krieg, durch den mehr als zehn Millionen Menschen vertrieben wurden. Auch die Filmschaffenden und ihre Protagonist:innen flohen nach Ostafrika. Mit Animationen, Green-Screen-Rekonstruktionen und Traumsequenzen fanden sie alternative Wege, ihre Geschichten zu erzählen. So entstand ein lyrisches, emotionales Porträt verschiedener Menschen aus Khartum in einem Schlüsselmoment der afrikanischen Geschichte. (Berlinale)

    LET'S TALK ABOUT SUDAN (Engl.)
    Gespräch mit Andrea Isenegger (Ärzte ohne Grenzen), ehemalige Projektkoordinatorin im Sudan und in Tschad und der Filmemacherin Rawia Alhaj sowie der sudanesischen Menschenrechtsaktivistin Sara Mohammed, moderiert von Serena Dankwa

    Präsentiert mit Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) und Black Film Festival Zurich

  5. 18:30
    Blackbird Blackbird Blackberry
    Sa. 28. März
    Odf 112' | Schweiz, Georgien 2021 | Elene Naveriani | Spielfilm

    Etero ist noch nicht ganz fünfzig Jahre alt und die Besitzerin eines Haushaltswarengeschäfts in einem traditionell geprägten Dorf in Georgien. Sie lächelt nur selten, schätzt ihre Freiheit als unverheiratete Frau, mag Kuchen und plant einen friedlichen Ruhestand fernab vom Klatsch und Tratsch der Frauengruppe. Doch ihre erste Liebe, eine unerwartet leidenschaftliche Affäre mit ihrem Lieferanten, könnte ihre Pläne durchkreuzen. Soll sie die Beziehung fortsetzen oder ihr unabhängiges Leben weiterführen?
    Eka Chavleishvili spielt Etero mit einer beeindruckenden Mischung aus Härte und Sanftheit. Dabei scheint ihr aparter Sinn für Humor manchmal die einzige Waffe gegen die Verzweiflung zu sein. Elene Naveriani hat mit Blackbird Blackbird Blackberry einen unvergesslichen Film gedreht – mit einer ganz besonderen Sinnlichkeit, die von einer Amsel im Brombeerstrauch ausgeht. (Xenix)

  6. 20:40
    She
    Sa. 28. März
    OVe 75' | Italien, Frankreich, 2025 | Parsifal Reparato | Dok

    Der Film des italienischen Regisseurs Parsifal Reparato untersucht die Arbeitsbedingungen der vietnamesischen Arbeiterinnen einer riesigen Elektronikfabrik mit fast 80.000 Beschäftigten. Ohne jemals direkt im Inneren der Fabrik zu filmen, greift er zu einem einzigartigen Mittel: Er schlägt den Arbeiterinnen vor, bestimmte Szenen ihres Alltags in einem kargen, fast abstrakten Dekor nachzuspielen, das die mechanische und repetitive Dimension der Gesten zum Vorschein bringt. Diese Rekonstruktionen, kombiniert mit Nahaufnahmen von Händen und Gesichtern, ermöglichen die Annäherung an die Realität eines Systems, das sich dem Blick weitgehend entzieht.Und die Zeugenaussagen zeichnen selten Geäussertes auf: Die Frauen berichten von chronischer Müdigkeit, ständiger Überwachung und dem Gefühl der Entfremdung, das der rigide Arbeitsrhythmus erzeugt. Sie äussern auch ihre Sehnsucht nach einem Ortswechsel, den Wunsch zu studieren oder eine Form von Freiheit wiederzufinden. Allgegenwärtige Mobiltelefone verraten die fragile Verbindung zu ihren Angehörigen, den Kindern, die sie kaum aufwachsen sehen. Durch die Kombination von Performance, intimer Erzählung und dokumentarischem Dispositiv hinterfragt She die Möglichkeiten, die Gewalt der globalisierten Arbeit darzustellen. Zwischen Zwang und Würde skizzieren diese Stimmen einen Raum des Widerstands und bestätigen die Unbeugsamkeit des Hoffens trotz des Eingesperrtseins.
    (Adrien Kuenzy, Semaine de la Critique Locarno)

    MADE IN ASIA – WHOSE PROFIT? (Engl.)
    Susanne Rudolf, Kampagnenleiterin Solidar Suisse und Jeroen Merk, Senior Researcher für Arbeitsgeografie (Universität Zürich und Good Electronics Network) sprechen über Arbeitsrechte, Geschlechtergerechtigkeit und die Verantwortung von Unternehmen in globalen Produktionsketten, moderiert von Melanie Pfändler

    Präsentiert mit Solidar Suisse und Public Eye

  7. 21:00
    A Fox Under A Pink Moon
    Sa. 28. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 27. März, 18:10

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 76' | Iran, Frankreich, Grossbritannien 2025 | Mehrdad Oskouei | Dok

    Die 17-jährige Soraya aus Afghanistan erschafft mit ihrer Kunst wunderschöne, aber düstere Werke. Ihre Malereien und Skulpturen sind Ausdruck einer unglaublichen Leidensgeschichte, zeugen jedoch auch von ihrem Willen, den patriarchalen Fängen ihres gewalttätigen Ehemanns und den widrigen Lebensumständen als Geflüchtete in Teheran zu entkommen. Fest entschlossen, zu ihrer in Österreich lebenden Mutter zu gelangen, nimmt Soraya lebensgefährliche «Games» in Kauf, scheitert jedoch immer wieder bei diesen Fluchtversuchen. Ihre Odyssee dokumentiert sie über fünf Jahre hinweg mit dem Handy: Sie zeigt ihren monotonen Alltag als Hausangestellte, filmt sich beim Kaschieren blauer Flecken, singt und tanzt. Diese von Mehrdad Oskouei aus der Ferne stimmig strukturierten Szenen werden immer wieder von animierten Sequenzen aus Sorayas Kunst unterbrochen, in die sie all ihre Sorgen, Freuden und Ängste legt. Ein treuer Fuchs begleitet sie auf ihrer Reise, ein rosa Mond wacht über ihr – und ein Clown, der nie lacht, eine Figur, mit der sich Soraya identifiziert. A FOX UNDER A PINK MOON ist ein eindringlicher Film über eine junge Frau, die sich selbst in ausweglos scheinenden Situationen durch ihre Kunst Würde und Selbstbestimmung bewahrt. (no)

  8. 22:00
    PERFORMANCE IM GLEIS – ALLE HÄNDE VOLL
    Sa. 28. März

    Infos
    Gratis Eintritt

    D 60' | Schweiz | Martina Hügi und Rhea Seleger, Kollektiv Glitzern* | Performance

    Was machen wir da eigentlich ganz genau in unseren Menschenleben? Als und mit sozialisierten Frauen? Das fragen sich Rhea (sie/keine) und Martina (sie/ihre) schon ein Lebenlang. Sie haben Bühnensolos dazu geschrieben, aus denen sie uns ihre Lieblingsszenen zeigen – um vielleicht sogar die eine oder andere Antwort zu finden.

    PHÖNIX – VON FREIWILLIGKEIT UND ZWANGSPAUSEN
    Rhea zeigt ein ehrliches Solo-Theater mit gesungenem und gesprochenem Wort. Radikal offen mit absurden Alltagsgeschichten der Erschöpfung beschert uns dies eine Auszeit vom überfüllten Leben. Humoristisch, gesellschaftskritisch und verletzlich zugleich.

    OCTOPUSSY – PRINZESSINNEN VON HEUTE
    Seit Kindheit werden uns schaurig-kitschige Märchen erzählt. Alles Lügen, die zu oft wahr werden. Das nutzt Martina, um alte Geschichten neu zu erfinden. Ein leichtfüssiges Programm voller Abgründe, Geschichten und Musik, das gedanklich berauscht und emotional berührt.

29. März 2026
  1. 13:30
    Coexistence, My Ass
    So. 29. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Do. 26. März, 20:40

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 95' | USA, Frankreich 2025 | Amber Fares | Dok

    Es klingt wie ein schlechter Witz, angesichts der aktuellen Lage in Nahost von einem friedlichen Zusammenleben in Israel/Palästina zu sprechen. In hoffnungsvolleren Zeiten wurde das Dorf «Oase des Friedens» gegründet, wo jüdische und palästinensische Menschen ganz bewusst gleichberechtigt zusammenleben. Hier ist die jüdische Noam Shuster aufgewachsen. Sie spricht Hebräisch und Arabisch und gehört einer vormals hoffnungsvollen Generation an. Als Erwachsene überwiegt jedoch die Desillusionierung. Zuerst noch für die Uno tätig, wechselt Noam zur Satire und inszeniert die One-Woman-Show «Coexistence, My Ass!». Die libanesich-kanadische Regisseurin Amber Fares begleitet die charismatische und auch bei Palästinenser:innen erfolgreiche Noam mehrere Jahre lang. Sie schafft zugleich ein intimes Porträt sowie eine Dokumentation von Israels Rechtsrutsch. Doch nach dem 7. Oktober und Israels Reaktion ist niemandem mehr zum Lachen zumute. Noam schärft nach anfänglicher Krise ihre politische Haltung: Es kann ohne Gleichberechtigung keinen Frieden geben. Und so kann sie sich wieder der Comedy zuwenden. Ein wichtiger Film, der Widersprüchlichkeiten anspricht und sich nicht davor scheut, Wut, Trauer und Humor miteinander zu verknüpfen. (Xenix)

    Präsentiert mit Omanut

  2. 15:30
    La Beauté de L'Ane
    So. 29. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mi. 1. Apr., 20:20
    Odf 75' | Schweiz, USA, Kosovo 2025 | Dea Gjinovci | Dok

    Die Genfer Filmemacherin Dea Gjinovci reist mit ihrem Vater nach Makërmal im Kosovo – an den Ort seiner Kindheit. Dea ist Anfang 30 und kennt die Vorkriegszeit im Kosovo nur aus seinen Erzählungen. Makërmal wurde zerstört, aber die Geschichten ihres Vaters halten den Ort lebendig. Gemeinsam beginnen sie eine filmische Spurensuche: Mit lokalen Laienschauspieler:innen bringen sie längst Vergangenes in einem Reenactment zurück. Das Drehbuch entsteht vor Ort durch kollektives Erinnern, aber auch durch schmerzhafte Lücken in der Familiengeschichte.
    Mit grosser Sensibilität nähert sich Dea Gjinovci dem transgenerationalen Trauma ihrer Familie. Sie gibt der wunderschönen Landschaft Makërmals einen Teil seiner Geschichte zurück, die in den Wirren der Nachkriegszeit verlorenging. Ein poetisches Porträt, zwischen Dokumentarfilm und magischen Elementen, das zeigt, wie Geschichten in Körpern, Landschaften und Beziehungen weiterleben. (mia)

    Im Anschluss Preisübergabe und Gespräch mit der Filmemacherin Dea Gjinovci, moderiert von Josephine Tedder, HRFF Zurich

    Gewinnerfilm Prix Célestine 2026 von Interfilm Schweiz

  3. 18:10
    Pheasant Island
    So. 29. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 20:20
    OVe 90' | Spanien, Frankreich 2025 | Asier Urbieta | Spielfilm

    Im Grenzfluss zwischen Frankreich und Spanien liegt die winzige Fasaneninsel – ein unbewohnter Ort, der alle sechs Monate den Staat wechselt und so zum Sinnbild politischer Zugehörigkeit wird. Als dort zum Zeitpunkt eines Amtswechsels die Leiche eines unbekannten Mannes am Inselufer auftaucht, verdichtet sich die fragile Realität dieser Grenzregion zur existenziellen Frage nach Verantwortung und Solidarität. Wenige Tage zuvor hat die junge Laida den Geflüchteten Nassim vor dem Ertrinken gerettet, als er versuchte, den Fluss zu überqueren. In der baskischen Grenzlandschaft stranden viele Menschen auf ihrer Flucht nach Norden, aufgehalten von einer allgegenwärtigen Grenzpolizei. Auch Laidas Partner Sambou, in Spanien geboren und mit malischen Wurzeln, gerät in seinem Alltag ins Visier von Kontrollen. Zwischen persönlicher Betroffenheit und politischer Ohnmacht wächst in Laida der Wunsch zu handeln – und zugleich ein Konflikt, der ihre Beziehung auf die Probe stellt: Wie weit reicht humanitäre Verantwortung? Wie beeinflusst unsere Biografie den Preis, den wir bereit sind zu zahlen? In ruhigen, eindringlichen Bildern erzählt dieser Film von Solidarität, Grenzerfahrungen und den moralischen Dilemmata unserer Zeit. (mia)

    Im Anschluss Gespräch mit dem Filmemacher Asier Urbieta (Engl.), moderiert von Marcy Goldberg

  4. 18:30
    HOLY ELECTRICITY
    So. 29. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 27. März, 20:40

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 95' | Georgien, Niederlande 2024 | Tato Kotetishvili | Spielfilm

    Nach dem Tod des Vaters nimmt Bart seinen Cousin Goga unter die Fittiche: Gemeinsam durchstöbern sie Schrottplätze nach Wiederverkaufbarem. Damit soll nicht nur das tägliche Leben bestritten werden, sondern es müssen auch Barts Spielschulden getilgt werden. Mit bunten LEDs upgecycelte Kreuze könnten die Lösung ihres Geldproblems sein. Entlang dieser losen Handlung porträtiert Tato Kotetishvili mit spürbarer Zuneigung Personen an den Rändern der georgischen Hauptstadt. Er arbeitet mit Laiendarsteller:innen und ihren Räumen, mit stilsicherer Bildkomposition und Blick für die Absurditäten des Alltags. (International Film Festival Innsbruck)

  5. 20:40
    Eternal You
    So. 29. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 18:30
    OVe 87' | Deutschland 2024 | Hans Block, Moritz Riesewieck | Dok

    Das Kuscheln mit der künstlichen Intelligenz, die so schlau dann auch wieder nicht ist, wird immer beliebter. Wo früher noch Angst vor Automatisierung und Entmenschlichung vorherrschten, übernimmt nun eine teils euphorische Faszination und Chat GPT wird zum Freund, Psychologe und Büro-Assistenten. Doch in der KI-Entwicklung und in den Milliarden, die in sie investiert werden, schlummern noch ganz andere Abgründe: «Wenn du die Gelegenheit hättest, eine geliebte, verstorbene Person wiederzutreffen, würdest du es tun?» Die Antwort der Protagonist:innen von Eternal You fällt unterschiedlich aus, doch allen gemein ist der tiefe Wunsch, den unglaublichen Schmerz zu überwinden und eine Leerstelle zu füllen. Das Geschäft mit der Unsterblichkeit boomt, auch wenn ganz viele Versprechen der Erfinder dieser Dienste sich noch nicht erfüllen und die Wiederbelebungsversuche stets unheimlich wirken. So kann zwar Jang Ji-Sung mittels hochkomplexer Technologie ihre verstorbene 7-jährige Tochter nochmals umarmen, die seelische Unversehrtheit ist aber keineswegs gewährleistet. Der Pakt mit der KI hat ihren Preis: Nach ihrem medial ausbeuterisch inszenierten und hoch emotionalen «Wiedersehen» verliert sie die Fähigkeit, von ihrem Kind zu träumen. Hans Block und Moritz Riesewieck, die uns schon Cleaners bescherten, tauchen mit ihrem neusten Film erneut in eine komplexe, beklemmende Welt ein, wo die meisten Industrievertreter:innen, jegliche Verantwortung der unberechenbaren psychologischen Folgen ablehnen und man trotzdem hofft, dass diese Tech-Blase bald bersten wird. (sb)

    ZWISCHEN LEBEN UND CODE
    Welche ethischen und gesellschaftlichen Fragen werfen KI-basierte Versuche digitaler Unsterblichkeit auf? Zwischen Trostversprechen, kommerziellen Interessen und psychologischen Risiken steht zur Debatte, wie sich unser Verhältnis zu Tod, Trauer und Erinnerung verändert.
    Gespräch mit der Journalistin Marguerite Meyer, moderiert von Sarah Bleuler, Dezentrum

    Präsentiert mit Dezentrum und Friedhof Forum der Stadt Zürich

  6. 21:00
    Khartoum
    So. 29. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 28. März, 18:10

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 80' | Deutschland, Katar, Sudan, UK, 2025 | Anas Saeed, Rawia Alhag, Brahim Snoopy, Timeea M Ahmed, Phil Cox | Dok

    Im Jahr 2022 begannen vier sudanesische Filmschaffende und ein britischer Regisseur ein Filmprojekt, für das sie fünf Einwohner:innen von Khartum begleiteten, um ihren Alltag und ihre Träume einzufangen: Die Strassenjungen Lokain und Wilson durchforsten eine Müllkippe, um sich schöne T-Shirts kaufen zu können, die Teeverkäuferin und alleinerziehende Mutter Khadmallah will sich selbstständig machen und übt fleissig Mathematik, der Widerstandskämpfer Jawad protestiert gegen die Militärregierung und der Beamte Majdi nimmt mit seinem Sohn an Taubenrennen teil. Als die Dreharbeiten begannen, war im Sudan ein Regime an der Macht, das kurz zuvor die Regierung zu Fall gebracht hatte. Wenig später spaltete sich die Militärregierung auf und zwischen der Armee und den Milizen der Rapid Support Forces begann ein Krieg, durch den mehr als zehn Millionen Menschen vertrieben wurden. Auch die Filmschaffenden und ihre Protagonist:innen flohen nach Ostafrika. Mit Animationen, Green-Screen-Rekonstruktionen und Traumsequenzen fanden sie alternative Wege, ihre Geschichten zu erzählen. So entstand ein lyrisches, emotionales Porträt verschiedener Menschen aus Khartum in einem Schlüsselmoment der afrikanischen Geschichte. (Berlinale)

30. März 2026
  1. 09:30
    L'HISTOIRE DE SOULEYMANE - Schulvorstellung
    Mo. 30. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 10:00
    2. Di. 31. März, 13:30
    3. Di. 31. März, 14:00

    Nur Schulklassen

    D 93' | Frankreich 2024 | Boris Lojkine | Dok

    Souleymane rast mit seinem Fahrrad durch die überfüllten Strassen von Paris. Der junge Guineer arbeitet illegal als Essenskurier und möchte in Frankreich Asyl beantragen. Er hat noch zwei Tage, um sich auf das wichtige Interview vorzubereiten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Boris Lojkine schafft mit L’Histoire de Souleymane ein fesselndes Drama über Migration und Sans-Papiers in Zeiten der Gig Economy. Abou Sangare wurde für seine beeindruckende Darbietung in Cannes als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. (Trigon)

    Anschliessendes Gespräch moderiert von Sandrine Charlot Zinsli, Kooperationspartner aux arts etc.

  2. 10:00
    L'HISTOIRE DE SOULEYMANE - Schulvorstellung
    Mo. 30. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 09:30
    2. Di. 31. März, 13:30
    3. Di. 31. März, 14:00

    Nur Schulklassen

    D 93' | Frankreich 2024 | Boris Lojkine | Dok

    Souleymane rast mit seinem Fahrrad durch die überfüllten Strassen von Paris. Der junge Guineer arbeitet illegal als Essenskurier und möchte in Frankreich Asyl beantragen. Er hat noch zwei Tage, um sich auf das wichtige Interview vorzubereiten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Boris Lojkine schafft mit L’Histoire de Souleymane ein fesselndes Drama über Migration und Sans-Papiers in Zeiten der Gig Economy. Abou Sangare wurde für seine beeindruckende Darbietung in Cannes als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. (Trigon)

    Anschliessendes Gespräch moderiert von Sandrine Charlot Zinsli, Kooperationspartner aux arts etc.

  3. 13:30
    LEVANTE - Schulvorstellung
    Mo. 30. März

    Nur Schulklassen

    OVe 92' | Brasilien, Uruguay, Frankreich 2025 | Lillah Halla | Spielfilm

    Sofia, eine aufgeweckte und ambitionierte 17-jährige Volleyballspielerin, lebt in einem ärmlichen Vorort in Brasilien. Ausgerechnet am Vorabend eines wichtigen Turniers, das über ihre Zukunft bestimmen könnte, erfährt sie von ihrer ungewollten Schwangerschaft. Doch diese zu beenden – in einem Land, das Abtreibungen kriminalisiert – ist beinahe unmöglich. Gemeinsam mit ihrer Freundin und ihren Teamkolleg/innen schmiedet Sofia einen Plan und gerät deswegen ins Visier religiöser Fundamentalist/innen. Der kraftvolle und emanzipatorische Debütfilm der Brasilianerin Lillah Halla erzählt auf inspirierende Weise vom Alltag einer jungen Frau, die gegen den Konservativismus in der Bolsonaro-Ära kämpft. Nach seiner Premiere in der Semaine de la Critique in Cannes, hat «Levante» einen fulminanten Einstieg in die Filmwelt hingelegt.

    Anschliessendes animiertes Gespräch mit Selina Wenger von der Fachstelle Lust und Frust

  4. 18:10
    Mr. Nobody Against Putin
    Mo. 30. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Di. 31. März, 21:00
    OVe 90' | Tschechien, Dänemark 2025 | David Borenstein | Dok

    Mit seiner kreativen und charismatischen Art ist Pascha ein beliebter Lehrer. Er ist dafür zuständig, alle Schulveranstaltungen in seiner Heimatstadt zu filmen. Doch als Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine beginnt, verwandeln sich die Klassenzimmer in ganz Russland in Bühnen staatlicher Kriegspropaganda. Statt kindlicher Neugier und freiem Denken stehen plötzlich patriotische Parolen und Militarismus auf dem Stundenplan. Als einige seiner Schüler in den Krieg ziehen müssen, fragt sich Pascha, was er tun kann. MR. NOBODY AGAINST PUTIN begleitet seinen mutigen Versuch weiterzufilmen, um so einen stillen Akt des Widerstands zu leisten. (ZFF)

    SILENT REBEL WITH A CAUSE (Engl.)
    Der Angriffskrieg gegen die Ukraine hat nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Schulen Russlands militarisiert. Pavel Talankin, der seine Arbeit an der Schule seiner Heimatstadt Karabasch liebt, wagt als Einziger stillen Protest. Sein mutiger Entscheid, die Verwandlung seiner Schule von einem Ort des Lernens hin zu einem Sprachrohr der Kriegspropaganda zu dokumentieren, zwingt ihn letztlich zur Flucht. Gespräch mit Lisa Salza, Amnesty International und dem Filmemacher David Borenstein zu brennenden Fragen: Gibt es im Krieg noch Raum für Andersdenkende? Welchen Widerstand kann es noch geben, wenn alle kritischen Stimmen im Keim erstickt werden?
    Moderiert von Marguerite Meyer

    Präsentiert mit Amnesty International Schweiz

  5. 18:30
    LESUNG IM 25HOURS HOTEL – ABER MORGEN EIN NEUER TAG.
    Mo. 30. März

    Eintritt frei

    D 60' | Schweiz | Anna Stern | Lesung & Buchvernissage

    Was bedeutet es, in der heutigen Gesellschaft Frau zu sein, sich als Frau zu identifizieren? Von A wie Augusta und Ann über B wie Bettina und C wie Céleste bis zu Yoa und Zélie bieten Anna Sterns 26 Erzählungen roh und ungeschönt Einblick in verletzte, verlorene und vergessene Schicksale. «augusta, ann» porträtiert eine Frau, die in einer missbräuchlichen Beziehung steckt und sich fragt, ob sie den Mut zur Flucht findet. «dunja» ist eine Ärztin, die sich gezwungen sieht, gegen die etablierten medizinischen Normen zu handeln, um das Leben ihrer Patientin zu retten – und dabei ihre eigene Karriere riskiert. Und «isabeau» schildert das langsame Absinken in die Demenz einer alten Frau, die sich im Heim von ihrer Familie und der Welt vergessen fühlt. 26 x 3500 Zeichen reichen Stern aus, um ein Werk von grosser poetischer Dichte und hoher Dringlichkeit zu schaffen, das den Lesenden mit seinem Rhythmus wie seinen Bildern in Bann zieht. Sprachlich formvollendet ist dies Anna Sterns bisher politischstes Buch – ein literarischer Aufruf zur Reflexion, eine Einladung, die eigene Haltung zu hinterfragen. (Lectorbooks)

  6. 18:30
    Eternal You
    Mo. 30. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 29. März, 20:40

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 87' | Deutschland 2024 | Hans Block, Moritz Riesewieck | Dok

    Das Kuscheln mit der künstlichen Intelligenz, die so schlau dann auch wieder nicht ist, wird immer beliebter. Wo früher noch Angst vor Automatisierung und Entmenschlichung vorherrschten, übernimmt nun eine teils euphorische Faszination und Chat GPT wird zum Freund, Psychologe und Büro-Assistenten. Doch in der KI-Entwicklung und in den Milliarden, die in sie investiert werden, schlummern noch ganz andere Abgründe: «Wenn du die Gelegenheit hättest, eine geliebte, verstorbene Person wiederzutreffen, würdest du es tun?» Die Antwort der Protagonist:innen von Eternal You fällt unterschiedlich aus, doch allen gemein ist der tiefe Wunsch, den unglaublichen Schmerz zu überwinden und eine Leerstelle zu füllen. Das Geschäft mit der Unsterblichkeit boomt, auch wenn ganz viele Versprechen der Erfinder dieser Dienste sich noch nicht erfüllen und die Wiederbelebungsversuche stets unheimlich wirken. So kann zwar Jang Ji-Sung mittels hochkomplexer Technologie ihre verstorbene 7-jährige Tochter nochmals umarmen, die seelische Unversehrtheit ist aber keineswegs gewährleistet. Der Pakt mit der KI hat ihren Preis: Nach ihrem medial ausbeuterisch inszenierten und hoch emotionalen «Wiedersehen» verliert sie die Fähigkeit, von ihrem Kind zu träumen. Hans Block und Moritz Riesewieck, die uns schon Cleaners bescherten, tauchen mit ihrem neusten Film erneut in eine komplexe, beklemmende Welt ein, wo die meisten Industrievertreter:innen, jegliche Verantwortung der unberechenbaren psychologischen Folgen ablehnen und man trotzdem hofft, dass diese Tech-Blase bald bersten wird. (sb)

  7. 20:20
    Pheasant Island
    Mo. 30. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 29. März, 18:10

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 90' | Spanien, Frankreich 2025 | Asier Urbieta | Spielfilm

    Im Grenzfluss zwischen Frankreich und Spanien liegt die winzige Fasaneninsel – ein unbewohnter Ort, der alle sechs Monate den Staat wechselt und so zum Sinnbild politischer Zugehörigkeit wird. Als dort zum Zeitpunkt eines Amtswechsels die Leiche eines unbekannten Mannes am Inselufer auftaucht, verdichtet sich die fragile Realität dieser Grenzregion zur existenziellen Frage nach Verantwortung und Solidarität. Wenige Tage zuvor hat die junge Laida den Geflüchteten Nassim vor dem Ertrinken gerettet, als er versuchte, den Fluss zu überqueren. In der baskischen Grenzlandschaft stranden viele Menschen auf ihrer Flucht nach Norden, aufgehalten von einer allgegenwärtigen Grenzpolizei. Auch Laidas Partner Sambou, in Spanien geboren und mit malischen Wurzeln, gerät in seinem Alltag ins Visier von Kontrollen. Zwischen persönlicher Betroffenheit und politischer Ohnmacht wächst in Laida der Wunsch zu handeln – und zugleich ein Konflikt, der ihre Beziehung auf die Probe stellt: Wie weit reicht humanitäre Verantwortung? Wie beeinflusst unsere Biografie den Preis, den wir bereit sind zu zahlen? In ruhigen, eindringlichen Bildern erzählt dieser Film von Solidarität, Grenzerfahrungen und den moralischen Dilemmata unserer Zeit. (mia)

  8. 20:40
    Shifting Baselines
    Mo. 30. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Di. 31. März, 18:30
    OVe 100' | Kanada 2025 | Julien Elie | Dok

    Ein Weltraumbahnhof im texanischen Grenzland zu Mexiko: Mit der «Starbase» hat Elon Musk in Boca Chica den Traum von SpaceX verwirklicht. Von einem ehemaligen Naturschutzgebiet aus schiessen heute Raketen und Satelliten ins All und eines Tages soll von hier die Besiedlung des Mars beginnen.
    Ein grosser Widerspruch zieht sich durch den Film: Dem Enthusiasmus der unzähligen Schaulustigen, die den Beginn einer neuen Zeit feiern, steht die Zerstörung von Natur und Lebensraum gegenüber. Durch Raketenstarts verbrannte Landschaften, in denen es keine Nistplätze für seltene Vogelarten mehr gibt. Fischer, die nicht mehr von ihrem Beruf leben können, weil sie nur noch winzige Fische aus dem Meer ziehen. Und Weltraumschrott, der vom Himmel fällt – Trophäen für die einen, existentielle Bedrohung für die anderen. Mit Blick auf die monumentalen Raketentürme spricht ein Beobachter von «Goosebumps»: Er glaubt, Zeuge eines historischen Aufbruchs zu sein. Doch was geschieht, wenn technologische Fantasien über Verantwortung, Menschenrechte und Naturschutz gestellt werden? Ist die Kolonialisierung des Mars die letzte Hoffnung für die Menschheit, oder ein zum Scheitern verurteiltes, grössenwahnsinniges Projekt eines Milliardärs und seiner blinden Gefolgschaft? Shifting Baselines ist ein ästhetisch kraftvolles Filmerlebnis, das eindringlich dazu einlädt, über Fortschritt, Verantwortung und die Kosten unserer Zukunft nachzudenken. (no)

    Präsentiert mit Greenpeace Schweiz und Reportagen

31. März 2026
  1. 13:30
    L'HISTOIRE DE SOULEYMANE - Schulvorstellung
    Di. 31. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 09:30
    2. Mo. 30. März, 10:00
    3. Di. 31. März, 14:00

    Nur Schulklassen

    D 93' | Frankreich 2024 | Boris Lojkine | Dok

    Souleymane rast mit seinem Fahrrad durch die überfüllten Strassen von Paris. Der junge Guineer arbeitet illegal als Essenskurier und möchte in Frankreich Asyl beantragen. Er hat noch zwei Tage, um sich auf das wichtige Interview vorzubereiten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Boris Lojkine schafft mit L’Histoire de Souleymane ein fesselndes Drama über Migration und Sans-Papiers in Zeiten der Gig Economy. Abou Sangare wurde für seine beeindruckende Darbietung in Cannes als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. (Trigon)

    Anschliessendes Gespräch tbc, moderiert von Sandrine Charlot Zinsli, Kooperationspartner aux arts etc.

  2. 14:00
    L'HISTOIRE DE SOULEYMANE - Schulvorstellung
    Di. 31. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 09:30
    2. Mo. 30. März, 10:00
    3. Di. 31. März, 13:30

    Nur Schulklassen

    D 93' | Frankreich 2024 | Boris Lojkine | Dok

    Souleymane rast mit seinem Fahrrad durch die überfüllten Strassen von Paris. Der junge Guineer arbeitet illegal als Essenskurier und möchte in Frankreich Asyl beantragen. Er hat noch zwei Tage, um sich auf das wichtige Interview vorzubereiten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Boris Lojkine schafft mit L’Histoire de Souleymane ein fesselndes Drama über Migration und Sans-Papiers in Zeiten der Gig Economy. Abou Sangare wurde für seine beeindruckende Darbietung in Cannes als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. (Trigon)

    Anschliessendes Gespräch tbc, moderiert von Sandrine Charlot Zinsli, Kooperationspartner aux arts etc.

  3. 18:10
    Lowland Kids
    Di. 31. März
    OVe 94' | USA, Dänemark, England 2025 | Sandra Winther | Dok

    Zuerst verlieren sie ihre Eltern, dann ihr Zuhause. Howard und Juliette wachsen bei ihrem Onkel auf der Isle Jean Charles in Louisiana auf. Hier fliesst das Leben langsam, findet draussen statt, zwischen Wasser, Wind und weiten grünen Flächen. Die Geschwister sind die letzten beiden Teenager, die hier noch leben. Denn ihre Heimat verschwindet gerade direkt vor ihren Augen. Steigender Meeresspiegel und immer heftigere Stürme zerstören ein Gebiet, das seit Generationen von einer überwiegend indigenen Gemeinschaft bewohnt wird. Als 2021 Hurrikan Ida die meisten Häuser dem Erdboden gleichmacht, bleibt den Bewohner:innen kaum eine Wahl. Der Staat bietet eine Umsiedlung ins Landesinnere an, doch die günstigen Neubauten in einer künstlich angelegten Stadt fühlen sich nicht wie Heimat an. Über sechs Jahre hinweg begleitet die Filmemacherin Sandra Winther die Geschwister und erzählt von Widerstandskraft, Identität und Verlust. Lowland Kids ist ein intimes Porträt der «ersten Klimaflüchtlinge der USA» – und ein eindringlicher Blick darauf, was der Klimawandel konkret für Mensch, Gemeinschaft und Zugehörigkeit bedeutet. (nio)

    Im Anschluss Gespräch mit Cyrill Hermann, Autor:in und Klimaaktivist:in, moderiert von Lara Blatter

    Präsentiert mit Tsüri.ch

  4. 18:30
    Shifting Baselines
    Di. 31. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 20:40
    OVe 100' | Kanada 2025 | Julien Elie | Dok

    Ein Weltraumbahnhof im texanischen Grenzland zu Mexiko: Mit der «Starbase» hat Elon Musk in Boca Chica den Traum von SpaceX verwirklicht. Von einem ehemaligen Naturschutzgebiet aus schiessen heute Raketen und Satelliten ins All und eines Tages soll von hier die Besiedlung des Mars beginnen.
    Ein grosser Widerspruch zieht sich durch den Film: Dem Enthusiasmus der unzähligen Schaulustigen, die den Beginn einer neuen Zeit feiern, steht die Zerstörung von Natur und Lebensraum gegenüber. Durch Raketenstarts verbrannte Landschaften, in denen es keine Nistplätze für seltene Vogelarten mehr gibt. Fischer, die nicht mehr von ihrem Beruf leben können, weil sie nur noch winzige Fische aus dem Meer ziehen. Und Weltraumschrott, der vom Himmel fällt – Trophäen für die einen, existentielle Bedrohung für die anderen. Mit Blick auf die monumentalen Raketentürme spricht ein Beobachter von «Goosebumps»: Er glaubt, Zeuge eines historischen Aufbruchs zu sein. Doch was geschieht, wenn technologische Fantasien über Verantwortung, Menschenrechte und Naturschutz gestellt werden? Ist die Kolonialisierung des Mars die letzte Hoffnung für die Menschheit, oder ein zum Scheitern verurteiltes, grössenwahnsinniges Projekt eines Milliardärs und seiner blinden Gefolgschaft? Shifting Baselines ist ein ästhetisch kraftvolles Filmerlebnis, das eindringlich dazu einlädt, über Fortschritt, Verantwortung und die Kosten unserer Zukunft nachzudenken. (no)

    Präsentiert mit Greenpeace Schweiz und Reportagen

  5. 20:40
    Writing Hawa
    Di. 31. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mi. 1. Apr., 18:30
    OVe 84' | Najiba Noori, Rasul Noori | Frankreich, Niederlande, Katar, Afghanistan 2024 | Dok

    2019 beginnt die afghanische Filmemacherin Najiba Noori ein intimes Porträt ihrer Mutter Hawa. Mit 13 zwangsverheiratet, jahrzehntelang fest eingebunden in unbezahlte Sorgearbeit und ein patriarchales System, lebt sie mit ihrer Grossfamilie in Kabul. Als Frau, Mutter und Angehörige der Hazara hat sie wenig Rechte und Möglichkeiten, ihr Alltag spielt sich fast ausschliesslich im Haus ab. Doch Hawa wagt späte Schritte in die Selbstständigkeit: Sie lernt lesen und schreiben, gründet ihr eigenes Geschäft mit Stickarbeiten. Und als ihre lange vermisste Enkelin wieder in ihr Leben tritt, entscheidet Hawa ihr ein freies Leben zu ermöglichen. In liebevollen Bildern erzählt der Film von Mut im Kleinen, von Schwesternschaft und vom Wunsch nach Würde und Freiheit – und zugleich vom lähmenden Gefühl der Ohnmacht, wenn gesellschaftliche Strukturen Veränderung verhindern. Mit der Machtübernahme der Taliban schliesst sich das Fenster der Hoffnung abrupt. Ein berührendes Dokument weiblicher Verbundenheit und Selbstermächtigung unter schwierigsten Bedingungen. (mia)

    Im Anschluss Gespräch mit der Filmemacherin Najiba Noori (Engl.), moderiert von Rahel Jung

  6. 21:00
    Mr. Nobody Against Putin
    Di. 31. März
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 30. März, 18:10

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 90' | Tschechien, Dänemark 2025 | David Borenstein | Dok

    Mit seiner kreativen und charismatischen Art ist Pascha ein beliebter Lehrer. Er ist dafür zuständig, alle Schulveranstaltungen in seiner Heimatstadt zu filmen. Doch als Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine beginnt, verwandeln sich die Klassenzimmer in ganz Russland in Bühnen staatlicher Kriegspropaganda. Statt kindlicher Neugier und freiem Denken stehen plötzlich patriotische Parolen und Militarismus auf dem Stundenplan. Als einige seiner Schüler in den Krieg ziehen müssen, fragt sich Pascha, was er tun kann. MR. NOBODY AGAINST PUTIN begleitet seinen mutigen Versuch weiterzufilmen, um so einen stillen Akt des Widerstands zu leisten. (ZFF)

1. April 2026
  1. 09:30
    WHERE THE WIND COMES FROM - Schulvorstellung
    Mi. 1. Apr.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 27. März, 13:30

    Nur Schulklassen

    OVe 99' | Tunesien 2025 | Amel Guellaty | Spielfilm

    Die quirlige Alyssa und der zurückhaltende Mehdi, beide um die zwanzig, sind beste Freunde mit grossen Träumen: Sie will im Ausland durchstarten, er als Zeichner in Tunesien Fuss fassen. Als sie von einem Kunstwettbewerb auf Djerba erfahren, beginnt ein Roadtrip, der ihr Leben verändern könnte. Erfrischend und voller charmanter Details erzählt Amel Guellaty von einer Generation zwischen Aufbruch und Ernüchterung, die sich nach dem Arabischen Frühling neu erfindet.

    Anschliessendes Gespräch mit Hama Slimani, moderiert von Josephine Tedder, HRFF Zurich

  2. 13:30
    HELDIN - Schulvorstellung
    Mi. 1. Apr.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 27. März, 09:30
    2. Fr. 27. März, 10:00

    Nur Schulklassen

    D 92' | Schweiz, Deutschland 2025 | Petra Volpe | Spielfilm

    Die Pflegefachfrau Floria arbeitet mit Leidenschaft und Professionalität auf der chirurgischen Abteilung eines Kantonsspitals. Bei ihr sitzt jeder Handgriff, sie hat auch in Stresssituationen ein offenes Ohr für die Patientinnen und Patienten und ist im Notfall sofort zur Stelle – idealerweise. Doch in der harten Realität ihres schwer kalkulierbaren Alltags sieht es oft anders aus. Als sie an diesem Tag ihre Spätschicht antritt, fällt auf der voll belegten, unterbesetzten Station auch noch eine Kollegin aus. Trotz aller Hektik umsorgt Floria eine schwerkranke junge Mutter und einen alten Mann, der verzweifelt auf seine Diagnose wartet, ebenso fürsorglich und routiniert wie einen Privatpatienten mit all seinen Extrawünschen. Doch mit Fortschreiten der Nacht wird ihre Arbeit mehr und mehr zu einem Rennen gegen die Zeit. (Filmcoopi Zürich)

    Anschliessendes Gespräch mit Nadja Habicht, Pflegefraufrau und Schauspielcoach, moderiert vom HRFF Festivalteam

  3. 18:10
    Lost Land
    Mi. 1. Apr.
    Odf 99' | Japan, Frankreich, Malaysia 2025 | Akio Fujimoto | Spielfilm

    Lost Land erzählt die berührende Geschichte des vierjährigen Shafi und seiner neunjährigen Schwester Somira, die in einem Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch aufwachsen. In der Hoffnung, ihre auseinandergerissene Familie wiederzufinden, begeben sie sich mit anderen Geflüchteten auf eine lebensgefährliche Reise Richtung Malaysia. Nach endlosen Tagen auf einem überfüllten Schmugglerboot werden die Kinder durch einen Zwischenfall auf See von der Gruppe getrennt und stranden allein in Thailand. Inmitten von Verlust und Orientierungslosigkeit zeigt der Film, wie Menschlichkeit und Solidarität selbst unter den härtesten Bedingungen Hoffnung spenden. Lost Land ist ein eindringliches Porträt über Flucht, Zugehörigkeit und die universelle Sehnsucht nach einem sicheren Zuhause. Die beiden Kinder-Darsteller:innen sind unvergesslich in ihrer Spielkraft und der glaubwürdigen Verkörperung einer existentiellen Notsituation und der Resilienz die daraus entstehen kann.

    VERTRIEBEN UND VERGESSEN: DIE ROHINGYA-KINDER (Engl.)
    Hunderttausende Rohingya-Kinder leben in Bangladesch in überfüllten Vertriebenenlagern. Besonders Mädchen haben kaum Zugang zu Bildung. Welche Perspektiven gibt es für sie und wie schützt Save the Children Mädchen vor Kinderehen?

    Ein Gespräch mit Adam Cianciara, Head Foundations, Major Donors & Legacies bei Save the Children Schweiz, moderiert von Marguerite Meyer

    Präsentiert mit Save The Children Schweiz, FIFDH Genève und Film Festival Diritti Umani Lugano

  4. 18:30
    Writing Hawa
    Mi. 1. Apr.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Di. 31. März, 20:40

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 84' | Najiba Noori, Rasul Noori | Frankreich, Niederlande, Katar, Afghanistan 2024 | Dok

    2019 beginnt die afghanische Filmemacherin Najiba Noori ein intimes Porträt ihrer Mutter Hawa. Mit 13 zwangsverheiratet, jahrzehntelang fest eingebunden in unbezahlte Sorgearbeit und ein patriarchales System, lebt sie mit ihrer Grossfamilie in Kabul. Als Frau, Mutter und Angehörige der Hazara hat sie wenig Rechte und Möglichkeiten, ihr Alltag spielt sich fast ausschliesslich im Haus ab. Doch Hawa wagt späte Schritte in die Selbstständigkeit: Sie lernt lesen und schreiben, gründet ihr eigenes Geschäft mit Stickarbeiten. Und als ihre lange vermisste Enkelin wieder in ihr Leben tritt, entscheidet Hawa ihr ein freies Leben zu ermöglichen. In liebevollen Bildern erzählt der Film von Mut im Kleinen, von Schwesternschaft und vom Wunsch nach Würde und Freiheit – und zugleich vom lähmenden Gefühl der Ohnmacht, wenn gesellschaftliche Strukturen Veränderung verhindern. Mit der Machtübernahme der Taliban schliesst sich das Fenster der Hoffnung abrupt. Ein berührendes Dokument weiblicher Verbundenheit und Selbstermächtigung unter schwierigsten Bedingungen. (mia)

  5. 20:20
    La Beauté de L'Ane
    Mi. 1. Apr.
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 29. März, 15:30

    Tickets
    ohne Gäste

    Odf 75' | Schweiz, USA, Kosovo 2025 | Dea Gjinovci | Dok

    Die Genfer Filmemacherin Dea Gjinovci reist mit ihrem Vater nach Makërmal im Kosovo – an den Ort seiner Kindheit. Dea ist Anfang 30 und kennt die Vorkriegszeit im Kosovo nur aus seinen Erzählungen. Makërmal wurde zerstört, aber die Geschichten ihres Vaters halten den Ort lebendig. Gemeinsam beginnen sie eine filmische Spurensuche: Mit lokalen Laienschauspieler:innen bringen sie längst Vergangenes in einem Reenactment zurück. Das Drehbuch entsteht vor Ort durch kollektives Erinnern, aber auch durch schmerzhafte Lücken in der Familiengeschichte.
    Mit grosser Sensibilität nähert sich Dea Gjinovci dem transgenerationalen Trauma ihrer Familie. Sie gibt der wunderschönen Landschaft Makërmals einen Teil seiner Geschichte zurück, die in den Wirren der Nachkriegszeit verlorenging. Ein poetisches Porträt, zwischen Dokumentarfilm und magischen Elementen, das zeigt, wie Geschichten in Körpern, Landschaften und Beziehungen weiterleben. (mia)

  6. 20:40
    CLOSING FILM: The Sea
    Mi. 1. Apr.

    Tickets
    ohne Gäste

    OVe 93' | Shai Carmeli-Pollak | Israel 2025 | Spielfilm

    Dieser überwiegend arabischsprachige Spielfilm präsentiert eine trügerisch einfache Prämisse: Ein eigensinniger zwölfjähriger Junge aus einem palästinensischen Dorf im besetzten Westjordanland reist illegal nach Israel ein, um das Meer zu sehen. Der Filmemacher und Aktivist Shai Carmeli Pollak – dessen Bil’in, Habibi bereits 2009 die missliche Lage in einem arabischen Dorf neben der Mauer dokumentierte – nutzt diese Grundlage, um die schmerzhafte Realität der Besatzung sowie die Gleichgültigkeit vieler Bewohner:innen der Tel Aviver «Blase» gegenüber dieser Realität offenzulegen. Der Film, geschaffen von einem israelischen und palästinensischen Team, entwickelt sich zu einer zutiefst humanistischen Erzählung über Grenzen, voneinander abhängigen Wirtschaftssystemen zweier verfeindeter Nachbarn und die Macht der dominanten hebräischen Sprache. «Schau auf den Ozean und Dir wird klar, die Hoffnung ist unendlich»; dieser Kalenderspruch ging mir durch den Kopf beim Schauen, dieses beklemmend berührenden Films. Was dem jungen Helden Khaled – meisterhaft verkörpert von Khalif Natour – hilft, die gefährlichsten Hindernisse zu überwinden, ist Hoffnung und die vielleicht naive Entschlossenheit eines Kindes, sich mit dem israelischen Sicherheitsapparat anzulegen. So ist der Film auch Zeugnis des medial weniger beleuchteten Leidens der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland, wo die israelische Besatzung und die Siedlergewalt sich während den letzten zwei Kriegsjahren nochmals verstärkt haben. (sb)

    Präsentiert mit Yesh!