Human Rights Film Festival Zurich
Programmübersicht
Do. 5. Dez. 2019
  1. 19:00
    Gods of Molenbeek
    Do. 5. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 7. Dez., 18:00
    OVe 75' | Finnland, Belgien, Deutschland 2019 | Reeta Huhtanen | Dok

    Der sechsjährige Aatos lebt mit seiner finnischen Mutter und seinem chilenischen Vater im kulturell durchmischten Bezirk Molenbeek von Brüssel. Aatos und sein bester Freund Amin erkunden ihre kindlichen Welten bewohnt von Ahnen, Fabelwesen und Spiderman. Aatos beneidet Amin um seinen allwissenden Gott Allah und sucht nach einer eigenen Gottheit, die Antworten auf seine Fragen geben könnte. Die Kamera begleitet die Kinder auf ihren philosophischen Streifzügen auf Augenhöhe.
    Als Molenbeek von einem Terroranschlag erschüttert wird, entdecken die beiden Buben, wie sich schlagartig alles ändern kann: Nun sind die Strassen voll von bewaffneten Soldaten und Absperrungen, die Nachbarschaft demonstriert gegen die Diskriminierung, die den muslimischen Menschen plötzlich entgegenschlägt. Die Kinder verarbeiten die Geschehnisse auf spielerische Weise und ihre Freundschaft bleibt ungetrübt. (slb)

    Begrüssungsworte
    Sascha Lara Bleuler, Direktorin HRFF Zurich
    Katharina Morawek, Präsidentin HRFF Zurich
    Sandra Lendenmann, Chefin Sektion Menschenrechtspolitik, EDA

Fr. 6. Dez. 2019
  1. 09:30
    Gods of Molenbeek - Schulvorstellung
    Fr. 6. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 9. Dez., 13:30
    2. Di. 10. Dez., 09:30
    3. Di. 10. Dez., 13:30

    nur für Schulklassen

    OVd 75' | Finnland, Belgien, Deutschland 2019 | Reeta Huhtanen | Dok

    Der sechsjährige Aatos lebt mit seiner finnischen Mutter und seinem chilenischen Vater im kulturell durchmischten Bezirk Molenbeek von Brüssel. Aatos und sein bester Freund Amin erkunden ihre kindlichen Welten bewohnt von Ahnen, Fabelwesen und Spiderman. Aatos beneidet Amin um seinen allwissenden Gott Allah und sucht nach einer eigenen Gottheit, die Antworten auf seine Fragen geben könnte. Die Kamera begleitet die Kinder auf ihren philosophischen Streifzügen auf Augenhöhe. Als Molenbeek von einem Terroranschlag erschüttert wird, entdecken die beiden Buben, wie sich schlagartig alles ändern kann: Nun sind die Strassen voll von bewaffneten Soldaten und Absperrungen, die Nachbarschaft demonstriert gegen die Diskriminierung, die den muslimischen Menschen plötzlich entgegenschlägt. Die Kinder verarbeiten die Geschehnisse auf spielerische Weise und ihre Freundschaft bleibt ungetrübt. (slb)

    Mit anschliesendem Filmgespräch.
    Moderation: Aline Juchler

  2. 10:00
    MATANGI/MAYA/M.I.A. - Schulvorstellung
    Fr. 6. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 9. Dez., 14:00

    Nur für Schulklassen

    OVd 97' | Russland 2018 | Stephen Loveridge | Dok

    Matangi „Maya“ Arulpragasam, besser bekannt als M.I.A., flieht als Kind eines Mitbegründers der tamilischen Unabhängigkeitsbewegung mit ihrer Mutter aus Sri Lanka und verbringt ihre Kindheit in London, bevor sie als unkonventioneller Popstar die ganze Welt erobert. Das vorliegende Porträt ist genauso eklektisch und verspielt wie die Künstlerin selbst: Privates Archivmaterial, Immigrationsgeschichte, politische Statements, begeisternde Songs und provokative Bühnenshows verschmelzen zu einem inspirierenden Ganzen, an dem die Sängerin und ausgebildete Filmemacherin nicht unerheblich mitgewirkt hat.

    Anschliessendes Gespräch mit dem Schweizer Künstler, Entertainer, Rapper und Aktivisten Knackeboul, präsentiert von der Robert F. Kennedy Human Rights Foundation
    Moderation: Tim Bettermann

  3. 13:30
    Rafiki - Schulvorstellung
    Fr. 6. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 9. Dez., 09:30

    Nur für Schulklassen

    OVd 83' | Kenya 2018 | Wanuri Kahiu | Spielfilm

    Kena und Ziki sind zwei Teenager aus dem kenianischen Nairobi und dicke Freundinnen, obwohl ihre Familien politisch entgegengesetzte Ansichten vertreten. Sie halten zusammen, wollen mehr und verlieben sich ineinander, was sie in ihrer konservativen Gesellschaft in Bedrängnis bringt. Der Spielfilm Rafiki war mit seiner Buntheit und Frische ein Hit beim Publikum am Festival von Cannes, wo er im Programm «Un certain regard» lief.

    Talk in German with Anna Rosenwasser, director of Lesbenorganisation Schweiz (LOS)

  4. 14:00
    Les Misérables - Schulvorstellung
    Fr. 6. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Di. 10. Dez., 10:00

    Nur für Schulklassen

    OVd 102' | Frankreich 2018 | Ladj Ly | Spielfilm

    2005 schliesst sich Stéphane der Anti-Kriminalitäts-Brigade von Montfermeil im 93. Pariser Bezirk an. Chris und Gwada werden ihm zur Seite gestellt. Doch im Rahmen der Unruhen in den Vororten von Paris ist der Neuling gezwungen, schnell zu lernen, dass es große Spannungen zwischen unterschiedlichen Gruppen seines Einsatzgebietes gibt. Als die drei Kollegen probieren, eine Verhaftung durchzuführen, werden sie überrannt.

    Anschliessend findet ein Filmgespräch mit Sandrine Charlot Zinsli von Aux Arts etc... statt.

  5. 18:00
    Ghost Fleet
    Fr. 6. Dez.
    OVe 88' | USA 2018 | Shannon Service, Jeffrey Waldron | Dok

    Thailand beliefert die Welt mit Meeresprodukten. Mittlerweile ist der thailändische Golf fast leergefischt. Boote müssen tausende Meilen fahren, um etwas zu fangen. Aber nicht nur die Fische geraten ins Netz: Die Flotten brauchen Besatzung und der Bedarf an Arbeitskräften treibt junge Männer aus Myanmar, Laos und Kambodscha in die Fänge des Menschenhandels. Mit falschen Versprechen angelockt, werden sie an Fischereibetriebe verkauft. Oft verbringen sie über zehn Jahre auf See, ohne das Schiff verlassen zu können. Einige sterben an Erschöpfung oder bringen sich um. Die Aktivistin Patima Tungpuchayakul aus Bangkok hat es sich zur Aufgabe gemacht, versklavte Fischer zu befreien und zurück in ihre Heimat zu bringen. Viele sind nur schwer zu überzeugen, aus Scham nach so vielen Jahren mit leeren Händen zurückzukehren.
    Der Film dokumentiert den unermüdlichen Einsatz der Aktivist*innen und zwingt uns, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. (slb)

    GLOBALE LIEFERKETTEN UND KONZERNVERANTWORTUNG
    Welche Verantwortung tragen Schweizer Konzerne für ihre globalen Lieferketten? Mit welchen Methoden kann der Grosshandel sicherstellen, dass die Produkte unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt werden?
    Gespräch mit einer Vertretung aus dem Schweizer Detailhandel und Bernhard Herold von Solidar Suisse.
    Moderation: Katharina Morawek, Präsidentin HRFF Zurich

    Präsentiert mit Solidar Suisse

  6. 18:30
    XY Chelsea
    Fr. 6. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 7. Dez., 21:00
    E 92' | UK 2019 | Tim Travers Hawkins | Dok

    «Life is a coming-of-age story», stellt Chelsea Manning fest. Die Dokumentation zeigt den Weg der Whistleblowerin zurück in die Gesellschaft, nachdem sie von Präsident Obama begnadigt wurde. Weil sie während ihres Einsatzes im Irak-Krieg unzählige, für die USA belastende Dokumente veröffentlicht hatte, war sie zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Von den einen wurde sie zur Staatsfeindin erklärt, für die anderen wurde sie dank ihrem Aufruf zu Transparenz zur Heldin. Auch nach der Freilassung kämpft sie weiter. Der Rechtsrutsch in ihrem Land, die gegenwärtige politische Lage und ihre Realität als trans Frau veranlassen Chelsea dazu, für den Senat zu kandidieren. Gleichzeitig ist sie stets auf der Suche nach sich selbst, verunsichert und fragil. Die permanente Öffentlichkeit und der gesellschaftliche Druck lasten genauso schwer auf ihr wie die Vergangenheit, die sie auf ihrer Reise ins «Erwachsenenleben» immer wieder einholt. (nio)

    HEROES OR TRAITORS – WHISTLEBLOWERS IM VISIER
    Gespräch mit Adam Quadroni (Aufdecker des Bündner Baukartell-Skandals) und Alex Biscaro (Stv. Geschäftsführer von Transparency International Schweiz) über die privaten und politischen Seiten des Whistleblowings in der Schweiz, die bezüglich dem gesetzlichen Schutz der betroffenen Akteure immer noch ein Entwicklungsland ist.
    Während Quadroni über seine persönlichen Erfahrungen berichtet, beleuchtet Biscaro die gesellschaftliche und parlamentarische Debatte zu einem brisanten Thema, das auch für die Arbeit von Public Eye von zentraler Bedeutung ist.
    Moderation: Oliver Classen (Mediensprecher Public Eye)

    Präsentiert mit Public Eye

  7. 20:30
    One Child Nation
    Fr. 6. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 8. Dez., 18:30
    OVe 85' | China, USA 2019 | Nanfu Wang, Jialing Zhang | Dok

    Nanfu wurde 1985 in der chinesischen Provinz geboren und lebt heute in New York. Als sie selber Mutter wird, beginnt sie, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Sie stochert tief in den schlecht verheilten Wunden, welche die Ein-Kind-Politik in China hinterlassen hat. Schonungslos befragt sie ihre eigene Familie wie auch Täter*innen und Opfer eines sozialen Experiments, das zahlreiche Chines*innen zu Verbrechen verleiten liess – Frauen wurden zwangssterilisiert, neugeborene Mädchen wurden ausgesetzt oder als «Waisen» zur Adoption freigegeben. Durch die Montage von Interviews und Archivmaterial von Umerziehungsmethoden gelingt der Filmemacherin eine Abrechnung mit Chinas indoktrinierter Gesellschaft und einer Propaganda, die heute nicht weniger aggressiv ist: Seit 2016 werden chinesische Bürger*innen angespornt, zwei Kinder zu zeugen, um der Überalterung entgegenzuwirken. (slb)

    CHINA: VON DER EIN-KIND-POLITIK ZUR MASSENÜBERWACHUNG DURCH APPS (Engl.)
    Skype-Gespräch mit Sophie Richardson, China-Direktorin von Human Rights Watch über die langjährige Ein-Kind-Politik als Ausdruck eines Systems nahezu totaler Kontrolle zugunsten des ökonomischen Fortschritts. Sie zeigt auf, mit welchen Mitteln die umfassende Überwachung von Bürger*innen auch nach der Abschaffung der Ein-Kind-Politik aufrechterhalten wird und viele Bereiche des Lebens durchdringt.
    Moderation: Flavia Giorgetta

    Präsentiert mit Human Rights Watch

  8. 21:00
    Temblores
    Fr. 6. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 7. Dez., 15:30
    OVe 107' | Guatemala, Frankreich, Luxemburg 2019 | Jayro Bustamante | Spielfilm

    Pablo ist Vater zweier Kinder und erfolgreicher Berater. Er stammt aus einer reichen Familie in Guatemala Stadt, die alles tut, um die glänzende Oberfläche zu wahren. Das vermeintliche Familienidyll wird erschüttert, als Pablo sich in Francisco verliebt und entscheidet, Frau und Kinder zu verlassen. Homosexualität hat in den streng religiösen Wertvorstellungen der Familie keinen Platz, im Gegenteil: Pablo muss von seiner Krankheit geheilt werden. Unterstützt von ihrer evangelikalen Gemeinde will die Familie den verlorenen Sohn mit einer Konversionstherapie wieder auf die richtige Bahn bringen. Den Kontakt zu seinem «Verführer» Francisco muss er abbrechen. Temblores zeichnet das Bild einer repressiven, vom Glauben geprägten Gesellschaft – und spiegelt deren Angst vor gleichgeschlechtlicher Liebe. (nio)

    Im Anschluss Gespräch mit dem Filmemacher Jayro Bustamante.
    Moderation: Marcy Goldberg

Sa. 7. Dez. 2019
  1. 11:00
    Shooting the Mafia
    Sa. 7. Dez.
    OVe 97' | Irland, USA 2019 | Kim Longinotto | Dok

    Sizilien befindet sich schon lange im Würgegriff der Mafia – keine Politiker*innen, keine Medienschaffenden wagen es, sich ihr entgegenzusetzen. Das ändert sich in den 70er Jahren, als Letizia Battaglia als erste Fotojournalistin Italiens die brutalen Morde und den tiefgreifenden Einfluss der Mafia zu dokumentieren beginnt. Die damals 40jährige entdeckt die Fotokamera als Waffe gegen das organisierte Verbrechen. Oft ist sie als Erste am Tatort, hört heimlich den Polizeifunk ab, um herauszubekommen, wo die Cosa Nostra zugeschlagen hat. Ihre Schwarz-Weiss-Bilder wirken wie Schreie gegen das jahrzehntelange Schweigen und wecken die Bevölkerung aus ihrer Schockstarre. Als «fotografa militante» kämpft Battaglia auch mit anderen Mitteln gegen die Cosa Nostra: von 1985 bis 1996, zur Zeit der spektakulären Anti-Mafia-Prozesse der Untersuchungsrichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, geht sie als Grüne in die Politik. Kim Longinotto bebildert Battaglias Jugend mit neorealistischen Filmausschnitten und schafft ein intimes Porträt einer unbestechlichen Frau. (slb)

    AUF DEN SPUREN DER MAFIA
    Gespräch mit Paolo Bernasconi, Rechtsanwalt und Mitglied der Schweizerischen Sektion der Internationalen Juristenkommission ICJ-CH über den Einfluss der Mafia auf die italienische Gesellschaft und die Verstrickung der Schweizer Waffenindustrie in die organisierte Kriminalität.
    Moderation: Andreas Fagetti (Journalist WOZ)

    Präsentiert mit ICJ-CH – Schweizerische Sektion der Internationalen Juristenkommission

  2. 13:00
    Maternal
    Sa. 7. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 8. Dez., 15:30
    OVe 91' | Italien, Argentinien 2019 | Maura Delpero | Spielfilm

    In einem von Nonnen geführten Heim für Teenager-Mütter in Argentinien prallen zwei Welten aufeinander. Die Nonnen preisen die heilige Maria als mütterliches Idealbild. Für die Mädchen hingegen ist Mutterschaft verbunden mit ihren konfliktreichen Lebensgeschichten, fern von jungfräulicher Reinheit. Lu und ihre Tochter Nina finden im Heim Zuflucht, doch die freiheitsliebende Lu kommt mit den strengen Regeln, dem religiös geprägten Alltag und ihrer Mutterrolle nicht zurecht. Sie haut ab und überlässt Nina den Ordensschwestern und ihrer schwangeren Freundin Fati. Schwester Paola, gerade erst aus Italien angekommen, um hier ihr letztes Gelübde abzulegen, nimmt sich Nina an und steht bald vor einem Dilemma: Sie hat sich entschieden, niemals Kinder zu haben, nun führt Nina ihr vor Augen, was sie verpassen könnte. Maternal gibt Einblick in die vielen Facetten von biologischer und sozialer Mutterschaft – in einem Land, in dem Abtreibung noch immer illegal ist. (nio)

  3. 13:30
    Another Day of Life
    Sa. 7. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 9. Dez., 21:00
    OVe 86' | Polen, Spanien 2018 | Raúl de la Fuente, Damian Nenow | Doku Animation

    Während in Angola 1975 die portugiesischen Kolonialherren abziehen, begibt sich der polnische Reporter Ryszard Kapuściński auf einen lebensgefährlichen Roadtrip. Im Süden des Landes ist angesichts des Machtvakuums ein Bürgerkrieg entbrannt, den Kapuściński um jeden Preis dokumentieren will. Wo sich die sozialistische MPLA und die Befreiungsbewegung FNLA mit internationaler Unterstützung unerbittliche Kämpfe liefern, wird Kapuściński Zeuge der blutigen Kriegsrealität. An der Front erkennt er wie machtlos er als Journalist ist. Trotzdem folgt er dem Drang, von diesem grausamen Schauplatz des Kalten Krieges zu erzählen. Ein Film zwischen Fiktion und Wirklichkeit, ein Reporter gefangen zwischen Geltungsdrang und journalistischem Ethos. (nio)

    VERANTWORTUNG UND GEFAHR: JOURNALIST*INNEN IN KONFLIKTGEBIETEN
    Gespräch mit Kurt Pelda (Journalist und Kriegsreporter) und Monika Bolliger (Korrespondentin Mittlerer Osten) über die Verantwortung von Journalist*innen in Konfliktgebieten. Wie weit darf Journalismus gehen? Wie hat sich die Kriegsberichterstattung in den letzten Jahren verändert? Welche Risiken gehen Journalist*innen ein?
    Moderation: Barbara Lüthi (SRF)

    Präsentiert mit Reportagen

  4. 15:30
    Temblores
    Sa. 7. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 21:00
    OVe 107' | Guatemala, Frankreich, Luxemburg 2019 | Jayro Bustamante | Spielfilm

    Pablo ist Vater zweier Kinder und erfolgreicher Berater. Er stammt aus einer reichen Familie in Guatemala Stadt, die alles tut, um die glänzende Oberfläche zu wahren. Das vermeintliche Familienidyll wird erschüttert, als Pablo sich in Francisco verliebt und entscheidet, Frau und Kinder zu verlassen. Homosexualität hat in den streng religiösen Wertvorstellungen der Familie keinen Platz, im Gegenteil: Pablo muss von seiner Krankheit geheilt werden. Unterstützt von ihrer evangelikalen Gemeinde will die Familie den verlorenen Sohn mit einer Konversionstherapie wieder auf die richtige Bahn bringen. Den Kontakt zu seinem «Verführer» Francisco muss er abbrechen. Temblores zeichnet das Bild einer repressiven, vom Glauben geprägten Gesellschaft – und spiegelt deren Angst vor gleichgeschlechtlicher Liebe. (nio)

  5. 16:00
    I Want to Break Free
    Sa. 7. Dez.
    OVe 90' | diverse | diverse | Kurzfilme

    PRISONER OF SOCIETY
    OVe | Rati Tsiteladze | Georgien 2018 | 16’
    Was bedeutet es, im eigenen Zuhause und im eigenen Land fremd zu sein? Ein intimer Blick in die Welt einer jungen trans Frau, gefangen zwischen dem Wunsch nach persönlicher Freiheit und den traditionellen Erwartungen ihrer Familie.

    GARDHI (FENCE)
    OVe | Lendita Zeqiraj | Kosovo, Kroatien, Frankreich 2018 | 15’
    Mehrere Generationen von Frauen aus derselben Familie konfrontieren einander lautstark mit ihren Ansichten über Leben, Liebe, Lust und das Patriarchat, während der einzige Junge auf eine Fluchtgelegenheit wartet.

    ALL THESE CREATURES
    E | Charles Williams | Australien 2018 | 13'
    Ein Jugendlicher versucht seine Erinnerungen an eine mysteriöse Plage, seinen Vater und die kleinen Wesen, die in uns allen stecken, zu entwirren.

    SŒURS JARARIJU
    OVe | Jorge Cadena | Schweiz 2018 | 22’
    Viviana und Yandris, zwei Schwestern aus der ethnischen Gruppe der Wayuu in Kolumbien, entdecken durch überlieferte Rituale ihre Traditionen. Als ihr Vater stirbt, verlassen sie in einem mutigen Akt ihr Land.

    BROTHERHOOD
    OVe | Meryam Joobeur | Tunesien/Kanada 2018 | 25'
    Mohamed ist erschüttert und misstrauisch, als sein entfremdeter ältester Sohn mit einer rätselhaften jungen Frau ins ländliche Tunesien heimkehrt. Ein vielschichtiges Drama über Familienbeziehungen, alte Wunden und Missverständnisse.

    Das schönste Geschenk zu unserem 5. Jubiläum!
    Fünf Kurzfilme, ausgewählt von John Canciani, künstlerischer Leiter der Kurzfilmtage Winterthur. Im Anschluss führt Janis Huber vom KFT-Team ein Gespräch mit Jorge Cadena, dem Regisseur von Sœurs Jarariju.

    Präsentiert mit Kurzfilmtage Winterthur

  6. 18:00
    Gods of Molenbeek
    Sa. 7. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Do. 5. Dez., 19:00
    OVe 75' | Finnland, Belgien, Deutschland 2019 | Reeta Huhtanen | Dok

    Der sechsjährige Aatos lebt mit seiner finnischen Mutter und seinem chilenischen Vater im kulturell durchmischten Bezirk Molenbeek von Brüssel. Aatos und sein bester Freund Amin erkunden ihre kindlichen Welten bewohnt von Ahnen, Fabelwesen und Spiderman. Aatos beneidet Amin um seinen allwissenden Gott Allah und sucht nach einer eigenen Gottheit, die Antworten auf seine Fragen geben könnte. Die Kamera begleitet die Kinder auf ihren philosophischen Streifzügen auf Augenhöhe.
    Als Molenbeek von einem Terroranschlag erschüttert wird, entdecken die beiden Buben, wie sich schlagartig alles ändern kann: Nun sind die Strassen voll von bewaffneten Soldaten und Absperrungen, die Nachbarschaft demonstriert gegen die Diskriminierung, die den muslimischen Menschen plötzlich entgegenschlägt. Die Kinder verarbeiten die Geschehnisse auf spielerische Weise und ihre Freundschaft bleibt ungetrübt. (slb)

  7. 18:30
    Talking About Trees
    Sa. 7. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 8. Dez., 20:30
    OVe 93' | Frankreich, Sudan, Deutschland 2019 | Suhaib Gasmelbari | Dok

    Suleiman und seine drei Freunde haben alle im Exil Film studiert, nun sitzen die alt gewordenen Männer zusammen in Khartoum und schmieden Pläne. Ihr Traum ist es, neben den lose organisierten Vorführungen ihres Sudanesischen Filmklubs, das grosse «Revolution Kino» wieder in Betrieb zu nehmen und unter freiem Himmel bahnbrechende Filme wie Tarantinos Django Unchained zu zeigen. Öffentliches Kino ist im Sudan seit langem verboten und die Politik tut sich schwer mit einer Lockerung. Trotzdem klopfen die Filmfreunde unermüdlich an die Türen der Behörden und bieten der zermürbenden Bürokratie mit lakonischem Humor die Stirn.
    Für die vier cinephilen Männer, deren Karrieren durch Militärputsche vereitelt und deren Talent nie ausgeschöpft wurde, hat die Liebe zur siebten Kunst eine Dringlichkeit, die weit über das gemeinsame Vergnügen hinausgeht: Sie spiegelt die Unzufriedenheit eines Volkes, das sich nach kreativer Freiheit sehnt und in den jüngsten Demonstrationen einmal mehr gegen die repressive Führung aufbegehrt. (slb)

    BIG DEBATE IM KOSMOS FORUM 20:15
    REVOLUTION ALS OPIUM FÜR DAS VOLK? (Engl.)
    Im Frühling dieses Jahres wurde Omar Bashir, der den Sudan während 30 Jahren autokratisch regierte, gestürzt. Seitdem ringen eine Protestbewegung und das Militär um die Vormacht und die Zukunft des Landes. Was machen die Protestierenden im Sudan anders als die Bewegungen in Syrien, Ägypten, Jemen oder Tunesien? Wie gehen sie mit der Einmischung von ausländischen Regierungen in den politischen Übergangsprozess im Sudan um? Und welche Formen der transnationalen Solidarität braucht es, um demokratische und friedliche Veränderungen nachhaltig zu unterstützen?

    Gespräch mit dem Filmemacher Suhaib Gasmelbari, Magdi El-Gizouli (Autor Rift Valley Institute) und Nada Hafiz (Filmstudentin Strasbourg)
    Moderation: Monika Bolliger

  8. 20:30
    Truth Detectives
    Sa. 7. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 8. Dez., 13:00
    OVe 90' | Deutschland 2017 | Anja Reiss | Dok

    «Digitale Ermittler» arbeiten in den Konfliktgebieten der Welt – in der Ukraine, Kolumbien, Israel, Syrien oder Mali. Sie programmieren Algorithmen, um vergessene Gräber im kolumbianischen Dschungel aufzuspüren, oder erstellen aus verschiedenen Bilderquellen 3D-Modelle einer Stadt, um Beweise für eine der tragischsten Eskalationen des Israel-Gaza-Krieges von 2014 zu erbringen. Sie sind Jurist*innen, Journalist*innen oder Aktivist*innen und tragen zusammen mit Betroffenen ihren Teil zur Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen bei. Von Satellitenbildern über Handyfotos bis hin zu Social Media-Posts nutzen sie moderne Technologien im Kampf für Gerechtigkeit. Mittels akribischer Rekonstruktion von Verbrechen bringen sie die Verantwortlichen zur Anklage und die Wahrheit ans Licht. (nio)

    CRIME AND PUNISHMENT IN A POST-TRUTH WORLD
    Gespräch mit der Filmemacherin Anja Reiss und Serge Droz (Senior Advisor ICT4Peace Foundation) über die Herausforderungen und die Möglichkeiten neuer Technologien im Bereich digitaler Ermittlungen.
    Moderation: Marguerite Meyer

    Präsentiert mit ICT4Peace Foundation

  9. 21:00
    XY Chelsea
    Sa. 7. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 18:30
    E 92' | UK 2019 | Tim Travers Hawkins | Dok

    «Life is a coming-of-age story», stellt Chelsea Manning fest. Die Dokumentation zeigt den Weg der Whistleblowerin zurück in die Gesellschaft, nachdem sie von Präsident Obama begnadigt wurde. Weil sie während ihres Einsatzes im Irak-Krieg unzählige, für die USA belastende Dokumente veröffentlicht hatte, war sie zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Von den einen wurde sie zur Staatsfeindin erklärt, für die anderen wurde sie dank ihrem Aufruf zu Transparenz zur Heldin. Auch nach der Freilassung kämpft sie weiter. Der Rechtsrutsch in ihrem Land, die gegenwärtige politische Lage und ihre Realität als trans Frau veranlassen Chelsea dazu, für den Senat zu kandidieren. Gleichzeitig ist sie stets auf der Suche nach sich selbst, verunsichert und fragil. Die permanente Öffentlichkeit und der gesellschaftliche Druck lasten genauso schwer auf ihr wie die Vergangenheit, die sie auf ihrer Reise ins «Erwachsenenleben» immer wieder einholt. (nio)

So. 8. Dez. 2019
  1. 11:30
    Thank You for the Rain
    So. 8. Dez.
    OVe 87' | UK, Norwegen, Kenia 2017 | Julia Dahr, Kisilu Musya | Dok

    Wie wird ein kenianischer Bauer zum internationalen Klimaaktivisten? Das Warten auf den Regen bestimmt Kisilus Alltag: In seine trockenen Felder reissen sich tiefe Furchen, das Essen für die Grossfamilie wird knapper und das Geld reicht nicht aus, um allen Kindern Schulunterricht zu ermöglichen. Als der ersehnte erste Tropfen fällt, zerstört ein Sturm ganze Häuser. Kisilu sieht sich bestärkt, die lokale Bevölkerung über den Klimawandel aufzuklären. Er greift selbst zur Kamera und hält fest, was die klimatischen Veränderungen mit seiner Lebensgrundlage machen und wie er dank freiwilliger Arbeit mit der Dorfgemeinschaft seine Existenz sichern will. Als er am Pariser Klimagipfel den Mächtigen der Welt von der Situation in Kenia berichten soll, wähnt er sich am Ziel: Kisilu bringt seine Botschaft der Hoffnung auf die internationale Politbühne. Doch seine Erwartungen kollidieren jäh mit den Interessen und der Lethargie der politischen Entscheidungsträger*innen. (nio)

    Einführung von Georg Klingler, Leiter Klima Greenpeace Schweiz

    VON INDIVIDUELLEN RECHTEN UND PLANETAREN PFLICHTEN (Engl.)
    Das erste Bild der Erde aus dem Weltraum hat die moderne Umweltbewegung begründet. 50 Jahre später macht uns der Klimawandel bewusst, dass unsere lokalen Handlungen Auswirkungen auf den Planeten haben. Die Astrophysikerin Ravit Helled lenkt in ihrem Vortrag den Blick weg vom Individuum hin zu den Planeten: Ändert das Wissen über die Planetenbildung und die Einzigartigkeit der Erde unsere individuellen Bedürfnisse und Haltungen? Ermöglicht ein planetares Denken, die grossen Zusammenhänge statt die kleinen Teile zu sehen?

    Nach dem Screening findet eine 20-minütige geführte Klimameditation statt mit Flavia Ghidossi
    Vortrag: Prof. Dr. Ravit Helled, Zentrum für Theoretische Astrophysik und Kosmologie, Universität Zürich

    Präsentiert mit Greenpeace Schweiz

  2. 13:00
    Truth Detectives
    So. 8. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 7. Dez., 20:30
    OVe 90' | Deutschland 2017 | Anja Reiss | Dok

    «Digitale Ermittler» arbeiten in den Konfliktgebieten der Welt – in der Ukraine, Kolumbien, Israel, Syrien oder Mali. Sie programmieren Algorithmen, um vergessene Gräber im kolumbianischen Dschungel aufzuspüren, oder erstellen aus verschiedenen Bilderquellen 3D-Modelle einer Stadt, um Beweise für eine der tragischsten Eskalationen des Israel-Gaza-Krieges von 2014 zu erbringen. Sie sind Jurist*innen, Journalist*innen oder Aktivist*innen und tragen zusammen mit Betroffenen ihren Teil zur Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen bei. Von Satellitenbildern über Handyfotos bis hin zu Social Media-Posts nutzen sie moderne Technologien im Kampf für Gerechtigkeit. Mittels akribischer Rekonstruktion von Verbrechen bringen sie die Verantwortlichen zur Anklage und die Wahrheit ans Licht. (nio)

  3. 15:00
    What You Gonna Do When the World is on Fire?
    So. 8. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 9. Dez., 18:00
    E 123' | USA 2018 | Roberto Minervini | Dok

    «Nowadays people don’t fight, they like to shoot», erklärt der 14jährige Rolando seinem kleinen Bruder Titus. Die beiden kurven durch ihr Quartier, erfinden Spiele und werden von ihrer Mutter gescholten, wenn sie zu spät nach Hause kommen. Vor dem Hintergrund eines brutalen Mordes durch den Ku Klux Klan begleitet Minervini die Bewohner*innen von New Orleans und schafft unvergessliche Bilder einer Gemeinschaft, die dem Rassenhass von Trumps Amerika entgegentritt. Die Anführerin der New Black Panther Bewegung skandiert «Black Power» und versucht gegen die weisse Übermacht zu mobilisieren. Verlorene Seelen treffen sich in einer Bar, wo die vom Leben gezeichnete Besitzerin die Nöte ihrer Freunde besingt. Kunstvoll navigiert Minervini zwischen den Perspektiven seiner Protagonist*innen und durchleuchtet ihren von Polizeigewalt und Rassismus geprägten Alltag. (slb)

  4. 15:30
    Maternal
    So. 8. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 7. Dez., 13:00
    OVe 91' | Italien, Argentinien 2019 | Maura Delpero | Spielfilm

    In einem von Nonnen geführten Heim für Teenager-Mütter in Argentinien prallen zwei Welten aufeinander. Die Nonnen preisen die heilige Maria als mütterliches Idealbild. Für die Mädchen hingegen ist Mutterschaft verbunden mit ihren konfliktreichen Lebensgeschichten, fern von jungfräulicher Reinheit. Lu und ihre Tochter Nina finden im Heim Zuflucht, doch die freiheitsliebende Lu kommt mit den strengen Regeln, dem religiös geprägten Alltag und ihrer Mutterrolle nicht zurecht. Sie haut ab und überlässt Nina den Ordensschwestern und ihrer schwangeren Freundin Fati. Schwester Paola, gerade erst aus Italien angekommen, um hier ihr letztes Gelübde abzulegen, nimmt sich Nina an und steht bald vor einem Dilemma: Sie hat sich entschieden, niemals Kinder zu haben, nun führt Nina ihr vor Augen, was sie verpassen könnte. Maternal gibt Einblick in die vielen Facetten von biologischer und sozialer Mutterschaft – in einem Land, in dem Abtreibung noch immer illegal ist. (nio)

  5. 18:00
    Advocate
    So. 8. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Di. 10. Dez., 18:00
    OVe 110' | Israel, Kanada Schweiz 2019 | Rachel Leah Jones, Philippe Bellaiche | Dok

    «Losing lawyer», antwortet Lea Tsemel trocken in einem Fernsehinterview, als sie nach ihrem Beruf gefragt wird. Tatsächlich verteidigt die jüdische Anwältin seit Jahrzenten meist erfolglos palästinensische Angeklagte. Im besten Fall schafft sie es, dass geforderte Strafmass zu mildern. Trotzdem kämpft sie unermüdlich gegen die Willkür der israelischen Justiz und wählt ihre Klienten sorgsam aus. Das fesselnde Porträt begleitet Tsemel in einem von der israelischen Öffentlichkeit minutiös mitverfolgten Fall: Die Verteidigung von Ahmad Manasra, einem minderjährigen Palästinenser, der des Mordversuchs angeklagt ist. Ihr persönliches Engagement und den emotionalen Preis, den sie und ihre Familie zu zahlen bereit sind, zeigen die ideologische Zerrissenheit der israelischen Gesellschaft. Zugleich zeigen sie, wieviel Kraft nötig ist, um inmitten dieses Spannungsfeldes die eigene Menschlichkeit zu bewahren. (slb)

    COURTING CONFLICTS: THE FIGHT AGAINST DISCRIMINATION OF PALESTINIAN DEFENDANTS (Engl.)
    Gespräch mit der Filmemacherin Rachel Leah Jones und Michael Warschawski (Aktivist und Ehemann von Lea Tsemel) über die Verteidigung von palästinensischen Angeklagten vor dem Hintergrund einer zerrissenen israelischen Gesellschaft.
    Moderation: Jenny Billeter

    Präsentiert mit Omanut

  6. 18:30
    One Child Nation
    So. 8. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 20:30
    OVe 85' | China, USA 2019 | Nanfu Wang, Jialing Zhang | Dok

    Nanfu wurde 1985 in der chinesischen Provinz geboren und lebt heute in New York. Als sie selber Mutter wird, beginnt sie, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Sie stochert tief in den schlecht verheilten Wunden, welche die Ein-Kind-Politik in China hinterlassen hat. Schonungslos befragt sie ihre eigene Familie wie auch Täter*innen und Opfer eines sozialen Experiments, das zahlreiche Chines*innen zu Verbrechen verleiten liess – Frauen wurden zwangssterilisiert, neugeborene Mädchen wurden ausgesetzt oder als «Waisen» zur Adoption freigegeben. Durch die Montage von Interviews und Archivmaterial von Umerziehungsmethoden gelingt der Filmemacherin eine Abrechnung mit Chinas indoktrinierter Gesellschaft und einer Propaganda, die heute nicht weniger aggressiv ist: Seit 2016 werden chinesische Bürger*innen angespornt, zwei Kinder zu zeugen, um der Überalterung entgegenzuwirken. (slb)

  7. 20:30
    Talking About Trees
    So. 8. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 7. Dez., 18:30
    OVe 93' | Frankreich, Sudan, Deutschland 2019 | Suhaib Gasmelbari | Dok

    Suleiman und seine drei Freunde haben alle im Exil Film studiert, nun sitzen die alt gewordenen Männer zusammen in Khartoum und schmieden Pläne. Ihr Traum ist es, neben den lose organisierten Vorführungen ihres Sudanesischen Filmklubs, das grosse «Revolution Kino» wieder in Betrieb zu nehmen und unter freiem Himmel bahnbrechende Filme wie Tarantinos Django Unchained zu zeigen. Öffentliches Kino ist im Sudan seit langem verboten und die Politik tut sich schwer mit einer Lockerung. Trotzdem klopfen die Filmfreunde unermüdlich an die Türen der Behörden und bieten der zermürbenden Bürokratie mit lakonischem Humor die Stirn.
    Für die vier cinephilen Männer, deren Karrieren durch Militärputsche vereitelt und deren Talent nie ausgeschöpft wurde, hat die Liebe zur siebten Kunst eine Dringlichkeit, die weit über das gemeinsame Vergnügen hinausgeht: Sie spiegelt die Unzufriedenheit eines Volkes, das sich nach kreativer Freiheit sehnt und in den jüngsten Demonstrationen einmal mehr gegen die repressive Führung aufbegehrt. (slb)

  8. 21:00
    Reconstructing Utoya
    So. 8. Dez.
    OVe 98' | Schweden, Norwegen, Dänemark 2018 | Carl Javér | Dok

    Am 22. Juli 2011 erschoss ein rechtsradikaler Amokläufer 69 Jugendliche in einem Ferienlager der sozialdemokratischen Partei auf der norwegischen Insel Utøya. Rakel, Mohammed, Jenny und Torje sind Überlebende des Terroranschlags und versuchen sich sechs Jahre später ­– ­ im geschützten Raum eines Filmstudios und unter psychologischer Betreuung ­– zu erinnern. Zwölf Freiwillige stellen nach ihren Anweisungen die Ereignisse auf einem minimal mit weissem Klebeband markierten Boden nach, Schläge auf Metall symbolisieren die Schüsse. Die Teenager sind talentierte Erzähler*innen und schaffen eine packende filmische Traumabewältigung. Die Versuchsanordnung lässt viele Fragen offen, nicht zuletzt über den Erfolg der psychologischen Aufstellungsarbeit, und lässt uns teilhaben an diesem intimen Moment der Jugendlichen – dem Schwebezustand zwischen Leben und Tod, als sie auf der Insel blitzschnell eine Entscheidung treffen mussten. (slb)

Mo. 9. Dez. 2019
  1. 09:30
    Rafiki - Schulvorstellung
    Mo. 9. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 13:30

    Nur für Schulklassen

    OVd 83' | Kenya 2018 | Wanuri Kahiu | Spielfilm

    Kena und Ziki sind zwei Teenager aus dem kenianischen Nairobi und dicke Freundinnen, obwohl ihre Familien politisch entgegengesetzte Ansichten vertreten. Sie halten zusammen, wollen mehr und verlieben sich ineinander, was sie in ihrer konservativen Gesellschaft in Bedrängnis bringt. Der Spielfilm Rafiki war mit seiner Buntheit und Frische ein Hit beim Publikum am Festival von Cannes, wo er im Programm «Un certain regard» lief.

    Anschliessendes Filmgespräch auf Deutsch mit Anna Rosenwasser, Geschäftsführerin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS)

  2. 10:00
    Minding the Gap - Schulvorstellung
    Mo. 9. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Di. 10. Dez., 14:00

    Nur für Schulklassen

    OVd 98' | USA 2018 | Bing Liu | Dok

    Schwungvoll brettert Bing Liu hinter seinen Freunden Zack und Keire durch heruntergekommene Parks, an bröckelnden Fassaden und leerstehenden Häusern vorbei. Für die Jungs aus ärmlichen Verhältnissen in Rockford, Illinois bildet die Skaterclique eine Art Ersatzfamilie. Als begeisterter Filmer fängt Bing das Leben seiner Freunde auch abseits des Skate-Parks ein: Zacks Alltag wird auf den Kopf gestellt, als seine Freundin Nina plötzlich schwanger wird. Keire ist auf der Suche nach seinem Platz in einer multikulturellen Gesellschaft. Und für Bing selbst wird es Zeit, seine Mutter mit einem dunklen Kapitel aus der eigenen Vergangenheit zu konfrontieren. MINDING THE GAP erzählt mit wunderbarer Lyrik von dem, was gemeinhin eine „schwierige“ Jugend genannt wird.

    Filmgespräch auf Englisch mit Oliver Percovich, Geschäftsführer von Skateistan präsentiert von der Robert F. Kennedy Human Rights Foundation
    Moderation: Tim Bettermann

  3. 13:30
    Gods of Molenbeek - Schulvorstellung
    Mo. 9. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 09:30
    2. Di. 10. Dez., 09:30
    3. Di. 10. Dez., 13:30

    Nur für Schulklassen

    OVd 75' | Finnland, Belgien, Deutschland 2019 | Reeta Huhtanen | Dok

    Der sechsjährige Aatos lebt mit seiner finnischen Mutter und seinem chilenischen Vater im kulturell durchmischten Bezirk Molenbeek von Brüssel. Aatos und sein bester Freund Amin erkunden ihre kindlichen Welten bewohnt von Ahnen, Fabelwesen und Spiderman. Aatos beneidet Amin um seinen allwissenden Gott Allah und sucht nach einer eigenen Gottheit, die Antworten auf seine Fragen geben könnte. Die Kamera begleitet die Kinder auf ihren philosophischen Streifzügen auf Augenhöhe. Als Molenbeek von einem Terroranschlag erschüttert wird, entdecken die beiden Buben, wie sich schlagartig alles ändern kann: Nun sind die Strassen voll von bewaffneten Soldaten und Absperrungen, die Nachbarschaft demonstriert gegen die Diskriminierung, die den muslimischen Menschen plötzlich entgegenschlägt. Die Kinder verarbeiten die Geschehnisse auf spielerische Weise und ihre Freundschaft bleibt ungetrübt. (slb)

    Im Anschluss findet ein Filmgespräch statt.
    Moderation: Aline Juchler

  4. 14:00
    MATANGI/MAYA/M.I.A. - Schulvorstellung
    Mo. 9. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 10:00

    Nur für Schulklassen

    OVd 97' | Russland 2018 | Stephen Loveridge | Dok

    Matangi „Maya“ Arulpragasam, besser bekannt als M.I.A., flieht als Kind eines Mitbegründers der tamilischen Unabhängigkeitsbewegung mit ihrer Mutter aus Sri Lanka und verbringt ihre Kindheit in London, bevor sie als unkonventioneller Popstar die ganze Welt erobert. Das vorliegende Porträt ist genauso eklektisch und verspielt wie die Künstlerin selbst: Privates Archivmaterial, Immigrationsgeschichte, politische Statements, begeisternde Songs und provokative Bühnenshows verschmelzen zu einem inspirierenden Ganzen, an dem die Sängerin und ausgebildete Filmemacherin nicht unerheblich mitgewirkt hat.

    Anschliessendes Gespräch mit dem Schweizer Künstler, Entertainer, Rapper und Aktivisten Knackeboul, präsentiert von der Robert F. Kennedy Human Rights Foundation
    Moderation: Tim Bettermann

  5. 18:00
    What You Gonna Do When the World is on Fire?
    Mo. 9. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 8. Dez., 15:00
    E 123' | USA 2018 | Roberto Minervini | Dok

    «Nowadays people don’t fight, they like to shoot», erklärt der 14jährige Rolando seinem kleinen Bruder Titus. Die beiden kurven durch ihr Quartier, erfinden Spiele und werden von ihrer Mutter gescholten, wenn sie zu spät nach Hause kommen. Vor dem Hintergrund eines brutalen Mordes durch den Ku Klux Klan begleitet Minervini die Bewohner*innen von New Orleans und schafft unvergessliche Bilder einer Gemeinschaft, die dem Rassenhass von Trumps Amerika entgegentritt. Die Anführerin der New Black Panther Bewegung skandiert «Black Power» und versucht gegen die weisse Übermacht zu mobilisieren. Verlorene Seelen treffen sich in einer Bar, wo die vom Leben gezeichnete Besitzerin die Nöte ihrer Freunde besingt. Kunstvoll navigiert Minervini zwischen den Perspektiven seiner Protagonist*innen und durchleuchtet ihren von Polizeigewalt und Rassismus geprägten Alltag. (slb)

  6. 18:30
    Volunteer
    Mo. 9. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Di. 10. Dez., 21:00
    OVe 94' | Schweiz 2019 | Anna Thommen, Lorenz Nufer | Dok

    Wie bildet man eine Menschenkette, um Kinder auf der Flucht vom schwankenden Gummiboot aus ans Festland zu tragen? Wie schafft man es, eine Kiste Bananen «fair» und ohne Streit an Menschen zu verteilen, die nicht genug zu essen haben? Mit solchen Fragen sehen sich freiwillige Helfer*innen in Griechenland täglich konfrontiert. Die Antworten sind vielschichtig. Der neue Film von Anna Thommen (Neuland) und Lorenz Nufer begleitet Schweizer*innen, die dort mitanpacken, wo die Not besonders sichtbar ist: Am Ufer des Mittelmeers, wo täglich Hunderte von Menschen auf der Flucht ankommen. Ein Schweizer Bauer und seine Frau finden nach mehreren Einsätzen auf Lesbos nur schwer in ihren Alltag auf dem Hof zurück. Ein ehemaliger Kommandant der Armee nutzt seinen Ordnungssinn und baut eine der erfolgreichsten Flüchtlingsorganisationen auf. Die Protagonist*innen verbindet der Wille, Verantwortung für eine humanitäre Katastrophe zu übernehmen und die eigenen Privilegien nicht als selbstverständlich zu verstehen. (slb)

    KOSMOPOLITICS IM KOSMOS FORUM 20:15
    DARF SOLIDARITÄT BESTRAFT WERDEN?
    Gespräch mit dem Filmemacher Lorenz Nufer, den Protagonisten Michael Räber und Michael Grossenbacher, sowie Lisa Salza, Kampagnenleiterin von Amnesty International.
    Was muss geschehen, damit Staaten die Verantwortung für die Seenotrettung und die geretteten Menschen auf der Flucht übernehmen? Wie gehen freiwillige Helfer*innen mit dem Spannungsfeld zwischen Solidarität und der Angst vor Kriminalisierung um? Welche Fragen zu Schuld und Mitverantwortung werden uns die Nachfolgegenerationen stellen?
    Moderation: Noëmi Landolt (Journalistin WOZ)

    Präsentiert mit Amnesty International

  7. 20:30
    Los Silencios
    Mo. 9. Dez.
    OVdf 89' | Brasilien, Kolumbien, Frankreich 2019 | Beatriz Seigner | Spielfilm

    Die kleine Nuria flüchtet mit ihrer Mutter und ihrem Bruder vor den Kriegswirren in Kolumbien auf eine kleine Insel im Amazonas. Nach einer Weile gesellt sich auch der Vater zu ihnen, der seit einem durch Ölbohrungen verursachten Landrutsch vermisst wurde. Die Bewohner*innen der Insel beobachten die Neuankömmlinge mit einer Mischung aus Argwohn und Mitgefühl. Nuria taucht ein in die Nacht und trifft auf ein mysteriöses Mädchen, das sie zur einer Versammlung von Geistern einlädt.
    Die brasilianische Regisseurin Beatriz Seigner erzeugt mit fantasievollen Bildkompositionen, Farbtönen und Naturklängen eine traumähnliche Stimmung. Sie seziert die Gefühlslagen eines entwurzelten Volkes, dessen kollektiver Schmerz allmählich schwächer wird und Raum für eine Versöhnung lässt. (slb)

    NACH DEM KRIEG – KOLUMBIENS LANGER WEG ZUM FRIEDEN (Engl.)
    Diskussion mit Arancha García del Soto, Koordinatorin der Arbeit der Kolumbianischen Wahrheitskommission mit Überlebenden in Europa. Wo steht der Friedensprozess in Kolumbien? Wie werden Betroffene in die Arbeit der Wahrheitskommission einbezogen?
    Moderation: Nicola Diday, Mitarbeiter Vergangenheitsarbeit swisspeace.

  8. 21:00
    Another Day of Life
    Mo. 9. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Sa. 7. Dez., 13:30
    OVe 86' | Polen, Spanien 2018 | Raúl de la Fuente, Damian Nenow | Doku Animation

    Während in Angola 1975 die portugiesischen Kolonialherren abziehen, begibt sich der polnische Reporter Ryszard Kapuściński auf einen lebensgefährlichen Roadtrip. Im Süden des Landes ist angesichts des Machtvakuums ein Bürgerkrieg entbrannt, den Kapuściński um jeden Preis dokumentieren will. Wo sich die sozialistische MPLA und die Befreiungsbewegung FNLA mit internationaler Unterstützung unerbittliche Kämpfe liefern, wird Kapuściński Zeuge der blutigen Kriegsrealität. An der Front erkennt er wie machtlos er als Journalist ist. Trotzdem folgt er dem Drang, von diesem grausamen Schauplatz des Kalten Krieges zu erzählen. Ein Film zwischen Fiktion und Wirklichkeit, ein Reporter gefangen zwischen Geltungsdrang und journalistischem Ethos. (nio)

Di. 10. Dez. 2019
  1. 09:30
    Gods of Molenbeek - Schulvorstellung
    Di. 10. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 09:30
    2. Mo. 9. Dez., 13:30
    3. Di. 10. Dez., 13:30

    Nur für Schulklassen

    OVd 75' | Finnland, Belgien, Deutschland 2019 | Reeta Huhtanen | Dok

    Der sechsjährige Aatos lebt mit seiner finnischen Mutter und seinem chilenischen Vater im kulturell durchmischten Bezirk Molenbeek von Brüssel. Aatos und sein bester Freund Amin erkunden ihre kindlichen Welten bewohnt von Ahnen, Fabelwesen und Spiderman. Aatos beneidet Amin um seinen allwissenden Gott Allah und sucht nach einer eigenen Gottheit, die Antworten auf seine Fragen geben könnte. Die Kamera begleitet die Kinder auf ihren philosophischen Streifzügen auf Augenhöhe. Als Molenbeek von einem Terroranschlag erschüttert wird, entdecken die beiden Buben, wie sich schlagartig alles ändern kann: Nun sind die Strassen voll von bewaffneten Soldaten und Absperrungen, die Nachbarschaft demonstriert gegen die Diskriminierung, die den muslimischen Menschen plötzlich entgegenschlägt. Die Kinder verarbeiten die Geschehnisse auf spielerische Weise und ihre Freundschaft bleibt ungetrübt. (slb)

  2. 10:00
    Les Misérables - Schulvorstellung
    Di. 10. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 14:00

    Nur für Schulklassen

    OVd 102' | Frankreich 2018 | Ladj Ly | Spielfilm

    2005 schliesst sich Stéphane der Anti-Kriminalitäts-Brigade von Montfermeil im 93. Pariser Bezirk an. Chris und Gwada werden ihm zur Seite gestellt. Doch im Rahmen der Unruhen in den Vororten von Paris ist der Neuling gezwungen, schnell zu lernen, dass es große Spannungen zwischen unterschiedlichen Gruppen seines Einsatzgebietes gibt. Als die drei Kollegen probieren, eine Verhaftung durchzuführen, werden sie überrannt.

    Anschliessend findet ein Filmgespräch mit Sandrine Charlot Zinsli von Aux Arts etc... statt.

  3. 13:30
    Gods of Molenbeek - Schulvorstellung
    Di. 10. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Fr. 6. Dez., 09:30
    2. Mo. 9. Dez., 13:30
    3. Di. 10. Dez., 09:30

    Nur für Schulklassen

    OVd 75' | Finnland, Belgien, Deutschland 2019 | Reeta Huhtanen | Dok

    Der sechsjährige Aatos lebt mit seiner finnischen Mutter und seinem chilenischen Vater im kulturell durchmischten Bezirk Molenbeek von Brüssel. Aatos und sein bester Freund Amin erkunden ihre kindlichen Welten bewohnt von Ahnen, Fabelwesen und Spiderman. Aatos beneidet Amin um seinen allwissenden Gott Allah und sucht nach einer eigenen Gottheit, die Antworten auf seine Fragen geben könnte. Die Kamera begleitet die Kinder auf ihren philosophischen Streifzügen auf Augenhöhe. Als Molenbeek von einem Terroranschlag erschüttert wird, entdecken die beiden Buben, wie sich schlagartig alles ändern kann: Nun sind die Strassen voll von bewaffneten Soldaten und Absperrungen, die Nachbarschaft demonstriert gegen die Diskriminierung, die den muslimischen Menschen plötzlich entgegenschlägt. Die Kinder verarbeiten die Geschehnisse auf spielerische Weise und ihre Freundschaft bleibt ungetrübt. (slb)

  4. 14:00
    Minding the Gap - Schulvorstellung
    Di. 10. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 9. Dez., 10:00

    Nur für Schulklassen

    OVd 98' | USA 2018 | Bing Liu | Dok

    Schwungvoll brettert Bing Liu hinter seinen Freunden Zack und Keire durch heruntergekommene Parks, an bröckelnden Fassaden und leerstehenden Häusern vorbei. Für die Jungs aus ärmlichen Verhältnissen in Rockford, Illinois bildet die Skaterclique eine Art Ersatzfamilie. Als begeisterter Filmer fängt Bing das Leben seiner Freunde auch abseits des Skate-Parks ein: Zacks Alltag wird auf den Kopf gestellt, als seine Freundin Nina plötzlich schwanger wird. Keire ist auf der Suche nach seinem Platz in einer multikulturellen Gesellschaft. Und für Bing selbst wird es Zeit, seine Mutter mit einem dunklen Kapitel aus der eigenen Vergangenheit zu konfrontieren. MINDING THE GAP erzählt mit wunderbarer Lyrik von dem, was gemeinhin eine „schwierige“ Jugend genannt wird.

    Filmgespräch auf Englisch mit Oliver Percovich, Geschäftsführer von Skateistan präsentiert von der Robert F. Kennedy Human Rights Foundation
    Moderation: Tim Bettermann

  5. 18:00
    Advocate
    Di. 10. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. So. 8. Dez., 18:00
    OVe 110' | Israel, Kanada Schweiz 2019 | Rachel Leah Jones, Philippe Bellaiche | Dok

    «Losing lawyer», antwortet Lea Tsemel trocken in einem Fernsehinterview, als sie nach ihrem Beruf gefragt wird. Tatsächlich verteidigt die jüdische Anwältin seit Jahrzenten meist erfolglos palästinensische Angeklagte. Im besten Fall schafft sie es, dass geforderte Strafmass zu mildern. Trotzdem kämpft sie unermüdlich gegen die Willkür der israelischen Justiz und wählt ihre Klienten sorgsam aus. Das fesselnde Porträt begleitet Tsemel in einem von der israelischen Öffentlichkeit minutiös mitverfolgten Fall: Die Verteidigung von Ahmad Manasra, einem minderjährigen Palästinenser, der des Mordversuchs angeklagt ist. Ihr persönliches Engagement und den emotionalen Preis, den sie und ihre Familie zu zahlen bereit sind, zeigen die ideologische Zerrissenheit der israelischen Gesellschaft. Zugleich zeigen sie, wieviel Kraft nötig ist, um inmitten dieses Spannungsfeldes die eigene Menschlichkeit zu bewahren. (slb)

  6. 18:30
    Midnight Traveler
    Di. 10. Dez.
    OVd 87' | USA, UK, Katar 2019 | Hassan Fazili | Dok

    Hassan und Fatima Fazili, afghanische Filmschaffende, sind mit ihren zwei Töchtern auf der Suche nach einer neuen Heimat. Wegen eines kritischen Films über einen abtrünnigen Kommandanten der Taliban wurde auf Hassan ein Kopfgeld ausgesetzt, wodurch er seine Sicherheit und die seiner Familie nicht mehr gewährleisten konnte. Ihre Odyssee mit dem Ziel Europa bringt sie in diverse Übergangslager, länger als drei Jahre sind sie unterwegs. Fazili filmt die zermürbende Reise mit seinem Handy. Seine künstlerische Reflexion schafft die nötige Distanz, die Widrigkeiten des Alltags zu ertragen. Auch die beiden Töchter nutzen die Kamera als Filter und Verarbeitungsinstrument. Ihr Blick auf ihr stetig wechselndes Zuhause zeigt zwar, wie die kindliche Psyche unter den grausamen Bedingungen leidet, trotzdem gelingt es den Kindern mit Humor und Fantasie, ein eigenes Homemovie voller Momente des Staunens zu gestalten. (slb)

    BIG DEBATE IM KOSMOS FORUM 20:15
    TAG DER MENSCHENRECHTE:
    RECHTE VON KINDERN AUF DER FLUCHT

    Willkommensworte
    Leo Kaneman, Gründer und Ehrenpräsident HRFF Zurich
    Barbara Schedler, Stv. Abteilungschefin, Abteilung Menschliche Sicherheit, EDA

    Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen schützt die Rechte eines jeden Kindes, sei das in Tadschikistan oder in der Schweiz. Sie schützt vor Diskriminierung und garantiert das Recht auf Bildung und Gesundheit, aber auch auf Spiel, Ruhe und Freizeit. Bereits in unserem Alltag ist es keine Selbstverständlichkeit, den Kindern ihre Rechte zu garantieren. Doch wie stellen wir sicher, dass Kindern diese Rechte auch auf der oft jahrelangen Flucht gewährleistet werden, wo ihnen Gefahren wie Misshandlung und Ausbeutung drohen? Wie helfen wir ihnen, angekommen im Zielland, bei den praktischen Herausforderungen der Sprache, dem Zugang zu Bildung, dem Einstieg ins Berufsleben, oder beim Umgang mit psychischen und physischen Traumata?
    Was getan werden kann und muss, um die Rechte von Kindern auf der Flucht zu schützen und zu fördern, diskutieren Podiumsteilnehmende und Publikum in einer offenen Runde. Der Film «Midnight Traveler» eröffnet den Abend. Er zeigt die Flucht des afghanischen Regisseurs Hassan Fazili, seiner Frau und seinen beiden Töchtern vor der Verfolgung in ihrer Heimat. Ein berührendes Zeitzeugnis, das den Gefahren, denen Kinder und Erwachsene auf der Flucht ausgesetzt sind, ein Gesicht gibt.
    Mit dem 30jährigen Jubiläum der UNO-Kinderrechtskonvention rückt das Human Rights Film Festival Zurich Kinderrechte ins Zentrum des 10. Dezember, des Internationalen Tags der Menschenrechte 2019.

    Auf dem Podium:
    Hassan Fazili, Filmemacher
    Rolf Widmer, Direktor der Schweizerischen Stiftung des Internationalen Sozialdienstes und Leiter des Vereins tipiti
    Verena Knaus, UNICEF, Senior Policy Advisor
    Jochen Ganter, Projekt Koordinator für Ärzte ohne Grenzen
    Moderation: Rafaela Roth (Tages-Anzeiger)

    Präsentiert mit Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Médecins Sans Frontières (MSF) und trigon-film

  7. 20:30
    Born in Evin
    Di. 10. Dez.
    OVe 98' | Deutschland, Österreich 2019 | Maryam Zaree | Dok

    Die Schauspielerin Maryam Zaree kann die Geschichten anderer erzählen und glaubhaft verkörpern. Doch wenn es um ihr eigenes Leben und ihre iranische Herkunft geht, stösst sie schnell an Grenzen. Sie weiss nur, dass sie in Evin, einem berüchtigten Gefängnis in Teheran, zur Welt kam. Nach dem Sturz des Schas liess der neue Staatschef und religiöse Führer Ayatollah Khomeini zehntausende Oppositionelle verhaften und foltern, darunter die Eltern der Filmemacherin. Als Maryam zwei war, floh die Mutter mit ihr nach Deutschland. Über die Erlebnisse in Gefangenschaft sprachen sie nie. Maryams Spurensuche führt sie zu geflüchteten Verwandten und anderen «Gefängniskindern». Mit der Kamera als Gefühlskatalysator gelingt es ihr allmählich, die emotionalen Mauern abzutragen und die seelischen Abgründe einer traumatisierten Generation freizulegen. Der Film geht weit über eine therapeutische Nabelschau hinaus und berührt in seinem Versuch, den Exil-Iraner*innen die Würde zurückzugeben, die das iranische Regime zu zerstören versuchte. (slb)

  8. 21:00
    Volunteer
    Di. 10. Dez.
    Weitere Spielzeiten:
    1. Mo. 9. Dez., 18:30
    OVe 94' | Schweiz 2019 | Anna Thommen, Lorenz Nufer | Dok

    Wie bildet man eine Menschenkette, um Kinder auf der Flucht vom schwankenden Gummiboot aus ans Festland zu tragen? Wie schafft man es, eine Kiste Bananen «fair» und ohne Streit an Menschen zu verteilen, die nicht genug zu essen haben? Mit solchen Fragen sehen sich freiwillige Helfer*innen in Griechenland täglich konfrontiert. Die Antworten sind vielschichtig. Der neue Film von Anna Thommen (Neuland) und Lorenz Nufer begleitet Schweizer*innen, die dort mitanpacken, wo die Not besonders sichtbar ist: Am Ufer des Mittelmeers, wo täglich Hunderte von Menschen auf der Flucht ankommen. Ein Schweizer Bauer und seine Frau finden nach mehreren Einsätzen auf Lesbos nur schwer in ihren Alltag auf dem Hof zurück. Ein ehemaliger Kommandant der Armee nutzt seinen Ordnungssinn und baut eine der erfolgreichsten Flüchtlingsorganisationen auf. Die Protagonist*innen verbindet der Wille, Verantwortung für eine humanitäre Katastrophe zu übernehmen und die eigenen Privilegien nicht als selbstverständlich zu verstehen. (slb)